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20.03.2010

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Kundus: Bundeswehr-Spezialkräfte an Befehl beteiligt?
Luftangriff nahe Kundus

Bundeswehr-Spezialkräfte an Befehl beteiligt?

Die Bundeswehr-Spezialeinheit KSK war einem Zeitungsbericht zufolge maßgeblich an dem umstrittenen Angriff auf zwei Tanklastzüge nahe Kundus beteiligt. Dies berichtete "Bild" unter Berufung auf Bundeswehr-Kreise und -Berichte.

Demnach sei im deutschen Feldlager Kundus der gesamte Einsatz - vom ersten Hinweis eines afghanischen Informanten bis zur abschließenden Entscheidung, zu bombardieren - aus einem Kommandostand einer geheimen Einheit "Task Force 47" (TF 47) geführt worden. Diese Task Force besteht zur Hälfte aus KSK-Soldaten. Während des Einsatzes sei der verantwortliche Oberst Klein zugleich auch der Verantwortliche für die TF 47 gewesen.

Hintergrund:

KSK-Soldaten seilen sich aus einem Helikopter ab
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Ein Sprecher von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte der Zeitung, die Obleute des Bundestagsverteidigungsausschusses seien am 6. November über die Existenz der Task Force 47 unterrichtet worden. Dass es sich bei der TF 47 um eine Einheit mit KSK-Soldaten handelt, wurde dem Blatt zufolge dabei aber nicht erwähnt.

Opferanwalt spricht von 137 toten Zivilisten

Rechtsanwalt Popal vertritt die Opfer des NATO-Luftangriffs bei Kundus (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Rechtsanwalt Popal fordert von Deutschland eine langfristige Entschädigung der Opfer des Luftangriffs. ]
Nach Angaben der NATO waren bei dem Angriff bis zu 142 Menschen getötet und verletzt worden, darunter auch zahlreiche Zivilisten. Der Bremer Anwalt der Opferfamilien, Karim Popal, spricht hingegen von mindestens 137 zivilen Opfern. "Wir haben allein 91 Witwen von Opfern des Bombardements und 163 Waisenkinder registriert", sagte Popal der "Neuen Presse". Demnach würden seit dem am 4. September von einem deutschen Oberst angeforderten Angriff auch 22 Menschen vermisst. Zudem gebe es 20 Verletzte, sagte Popal.

"Ausweisdokumente von Opfern und Angehörigen"

Der Zeitung zufolge recherchierte Popal gemeinsam mit Anwaltskollegen sechs Wochen lang in Kundus. Er betonte, dass sein Team "mit absoluter Sicherheit korrekt recherchiert" habe. "Wir haben Ausweisdokumente von Opfern und Angehörigen und die Personalien aufgenommen", sagte er. "Wir sind auch bereit, DNA-Tests durchzuführen." Niemand wolle, dass "Geld an die Taliban fließt", so Popal. Der Anwalt der Opferfamilien fordert von der Bundesregierung die Einrichtung eines Entschädigungsfonds.

Stand: 10.12.2009 04:38 Uhr
 

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