Kühnert in den tagesthemen "Es grummelt an vielen Stellen"

Stand: 22.04.2018 18:41 Uhr

Der Erneuerungsprozess der SPD bedeutet für Juso-Chef Kühnert vor allem eins: inhaltliche Diskussionen. Im tagesthemen-Interview warnt er vor zu hohen Erwartungen an die neue Parteichefin Nahles.

Nach der Wahl von Andrea Nahles zur neuen SPD-Vorsitzenden hat Juso-Chef Kevin Kühnert weitere inhaltliche Debatten gefordert. Die SPD sei bei vielen Themen "ziemlich blank". Deshalb müsse sich die Partei viel Zeit nehmen, um grundlegende Fragen der politischen Ausrichtung zu klären. Mit Nahles an der Spitze sei dies möglich, weshalb er die Fraktionsvorsitzende auch unterstütze - obwohl sie vehement für eine Große Koalition gekämpft hatte. Die Jusos hatten versucht, dieses Projekt um jeden Preis zu verhindern.

Kevin Kühnert, Vorsitzender Jusos, zur Wahl Andrea Nahles
tagestthemen 22:45, 22.04.2018

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Ergebnis als "realistisches Stimmungsbild"

Das magere Ergebnis für Nahles wertete Kühnert als ehrliches Ergebnis. "Es grummelt an vielen Stellen und Nahles braucht ein realistisches Stimmungsbild, wie es in der Partei aussieht - nämlich mitunter sehr kritisch." Inhaltlich gehe es ihm und den Jusos um eine stärkere Ausrichtung der SPD nach links. Es müsse über sozialpolitische Themen gesprochen werden, wie die Grundsicherung, die "krass ungleiche Vermögensverteilung" und den Arbeitsmarkt der Zukunft, forderte Kühnert.

Zudem warnte er vor Heilsbringer-Fantasien. Seine Partei dürfe nicht den Fehler wiederholen, "den wir im letzten Jahr rund um Martin Schulz gemacht haben. Wir müssen aufhören, unsere Projektionen im Positiven wie im Negativen immer auf einzelne Personen zu richten." Man dürfe nicht sagen: "Einer oder eine ist in der Lage, den ganzen Laden zu retten oder zu zerstören - beides ist grundfalsch."

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