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Politiker von SPD und Grünen haben die Kunden des Energiekonzerns Vattenfall dazu aufgerufen, den Stromanbieter zu wechseln. "Dieser Pannenkonzern muss spüren, dass man ihm nicht mehr vertraut", sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, dem Berliner "Tagesspiegel". Die Kunden von Vattenfall sollten den Atomausstieg vorziehen und zu einem Ökostromanbieter wechseln, so Künast.
Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber. Wer das Verhalten Vattenfalls für inakzeptabel halte, könne zwischen Dutzenden anderen Stromanbietern wählen und dadurch Druck machen, sagte er der Zeitung.
[Bildunterschrift: Musste Sicherheitsmängel einräumen: Vattenfall-Chef Tuomi Hatakka ]
Gestern hatte Vattenfall eingeräumt, dass der Panne im Kernkraftwerk Krümmel vom vergangenen Samstag Versäumnisse des Anbieters vorangegangen waren. Der bisherige Leiter des Atommeilers wurde von seinem Posten entbunden.
Zudem kündigte der Konzern an, die beschädigten Transformatoren nicht zu reparieren, sondern durch neue zu ersetzen. Das AKW Krümmel werde deshalb nach jetzigem Stand zehn Monate vom Netz gehen.
Wer hat sie? Wer kontrolliert sie? Wer will sie? [mehr]
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen sagte, Vattenfall bekomme noch einen "letzten Versuch", die Probleme mit dem Kraftwerk in den Griff zu bekommen: "Wenn es in Krümmel wieder zu einer solchen Situation kommt, dann kümmere ich mich darum, dass dieses Kernkraftwerk abgeschaltet wird", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen mit Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka in Kiel.
Derweil geht in Deutschland die Debatte um die Sicherheit der älteren Atommeiler im Land weiter. Laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" hatte die Bundesregierung bereits vor ein paar Jahren eingeräumt, dass die älteren deutschen Kernkraftwerke technisch rückständig seien.
Die älteren Meiler entsprächen "nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik" und gehörten "nicht zu den weltweit hochmodernsten und sichersten Atomkraftwerken", heißt es in zwei Antworten auf parlamentarische Anfragen der Grünen aus den Jahren 2006 und 2007. Die neueren Siedewasserreaktoren sowie die Druckwasserreaktoren der dritten oder vierten Generation hätten grundsätzlich bessere Sicherheitseigenschaften.
Der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, hält die Sicherheit in den deutschen Atomkraftwerken dagegen für gewährleistet. "Es ist kein einziges Kraftwerk in Betrieb, das nicht sicher ist", sagte er der "Bild-Zeitung". Auch ältere Kernkraftwerke in Deutschland seien "auf höchstem internationalem Niveau".
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