Bundeswehr-Soldaten im Einsatz im westafrikansichen Krisenstaat Mali. | Bildquelle: dpa

Bundeswehr in Mali "Gefährlichster Einsatz der UN"

Stand: 19.12.2016 10:29 Uhr

Der Einsatz der Bundeswehr im westafrikanischen Mali steht in der Kritik. Die Wasserversorgung sei mangelhaft, die Hilfe schlecht aufeinander abgestimmt, es sei aktuell "der gefährlichste Einsatz der UN", so der Wehrbeauftragte Bartels.

Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr und der Chef des Bundeswehrverbandes üben Kritik am Einsatz der deutschen Soldaten im westafrikansichen Krisenstaat Mali. Die Wasserversorgung sei mangelhaft, sagte Hans-Peter Bartels dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er verweist außerdem, die militärischen und zivilen Hilfsmissionen seien zu schlecht aufeinander abgestimmt. Nach Bartels Einschätzung ist die Mission im Norden des Wüstenstaats aktuell der "gefährlichste Einsatz der Vereinten Nationen". Er befürchtet, dass sich die Mission in Mali ähnlich ungewiss entwickeln könne wie der Afghanistan-Einsatz.

Auch der Chef des Bundeswehrverbandes, André Wüstner sieht Parallelen: "Operativ ist in Mali wenig von einem vernetzten Ansatz zu sehen. Ich habe die Sorge, dass dauerhaft die gleichen Fehler wie in Afghanistan gemacht werden: zielloser Einsatz von Entwicklungsgeldern, wenig Koordination zwischen den Ressorts gepaart mit Machbarkeitsillusionen und überzogene Erwartungen", so Wüstner in der "Bild"-Zeitung.

Karte: Mali mit Kidal
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Mehr als 700 deutsche Soldaten sind im westafrikansichen Mali im Einsatz

Ausbildungsmission der Bundeswehr

Mali war 2012 teilweise in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen geraten. Nur eine französische Intervention konnte die Aufständischen zurückdrängen. Die Bundeswehr bildet die malische Armee aus und ist im Norden an der UN-Mission zur Durchsetzung eines Friedensabkommens beteiligt. Insgesamt sind mehr als 700 deutsche Soldaten an den zwei Einsätzen beteiligt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Dezember 2016 um 09:00 Uhr.

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