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Inland
Die neue Familienministerin: Kristina Köhler
Porträt der neuen Familienministerin

Die junge Senkrechtstarterin

Erst 32 Jahre alt und bundespolitisch wenig bekannt: Die Berufung von Kristina Köhler zur Familienministerin ist eine Überraschung. Als Soziologin bringe sie die Qualifikation für das Ressort mit, sagte Kanzlerin Merkel. Manchem gilt sie als konservative Hardlinerin, anderen als neuer Politikertyp in der CDU.

Von Christoph Grabenheinrich, SR, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Kristina Köhler (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Jung, Hessin und auf der Linie der Kanzlerin: Kristina Köhler ]
Den Titel „jüngstes Kabinettsmitglied“ durfte Gesundheitsminister Philipp Rösler nicht lange tragen. Die neue CDU-Kollegin am Kabinettstisch, die 32-jährige Wiesbadenerin Kristina Köhler ist vier Jahre jünger als er. Bereits mit 14 Jahren trat sie in die junge Union ein, als glühender Helmut Kohl-Fan.

Die promovierte Soziologin, die in der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt ist, hat in der CDU eine steile Karriere hingelegt. Mit 20 Jahren Kreisvorsitzende, mit 25 Mitglied im Landesvorstand der hessischen CDU und Bundestagsabgeordnete. Bei der Bundestagswahl in diesem Jahr jagte sie überaschenderweise der gestandenen SPD-Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul das Wiesbadener Direktmandat ab.

In der vergangenen Legislaturperiode verdiente sich die Innenpolitikerin erste Sporen als Obfrau im BND-Untersuchungsausschuss, schoss sich dort auf den damaligen SPD-Außenminister Steinmeier ein und verdiente sich so Ansehen in der CDU. Kristina Köhler befasste sich davon abgesehen vor allem mit Integrationspolitik, Extremismus und Islam. Sie ist Verfechterin einer harten Gangart in der inneren Sicherheit, forderte immer wieder härteres Vorgehen gegen Islamismus und warnte vor der Zunahme deutsch-feindlicher Gewalt. Sie selbst sieht sich aber als liberale Konservative.

Ursula von der Leyen und Kristina Köhler (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ursula von der Leyen wechselt ins Arbeitsministerium, Kristina Köhler wird ihre Nachfolgerin als Familienministerin. ]

Womit sie exakt auf einer Linie mit der Kanzlerin liegt. Was bei ihrer Nominierung eine Rolle gespielt haben dürfte, genau wie die Tatsache, dass sie wie der zurückgetreten Arbeitsminister Jung aus Hessen kommt. Der Regionalproporz am Kabinettstisch, bei dem alle Landesverbände berücksichtigt werden wollen, wird so gewahrt. Angela Merkel ist überzeugt, mit ihr eine gute Wahl getroffen zu haben. Was sie erst noch beweisen muss.

Die Erfüllung ihres Jugendtraums dürfte sich dabei schwierig gestalten. In ihrer Abitur-Zeitung gab sie ehrgeizig zu Protokoll, sie wolle die erste Frau sein, die Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut bringt, ohne dass irgendein Teil darunter leidet und ohne jemals zur Feministin zu werden. In den kommenden Jahren dürfte der Karriere-Anteil im Leben der dynamischen, ledigen Frau aber deutlich mehr Raum einnehmen, als der familiäre. Vor allem da ihr einiger Streit ins Haus steht. Beim Thema Betreuungsgeld dürfte sie als Ministerin schon bald erfahren, wie hart der Job sein kann.

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Stand: 28.11.2009 09:10 Uhr
 

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