Statistik für 2013 vorgelegt Täglich 40 Fälle von Kindesmissbrauch

Stand: 10.06.2014 15:43 Uhr

"Die Gewalt gegen Kinder ist in Deutschland immer noch trauriger Alltag" - so die Bilanz des Vorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker, bei der Vorstellung der offiziellen Statistik für 2013.

BKA-Präsident Jörg Ziercke | Bildquelle: dpa
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"Jede einzelne Kindesmisshandlung ist eine Tragödie", sagt BKA-Präsident Jörg Ziercke

Demnach wurden im vergangenen Jahr täglich etwa 40 Mal Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs - insgesamt wurden 14.877 Taten registriert. Dies ist ein leichter Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber 2012. Insbesondere die Zahl der Opfer unter sechs Jahren ist rückläufig: Waren 2012 noch 1957 Kinder von sexuellen Misshandlungen betroffen, waren es 2013 1303.

"Jeder einzelne Fall ist eine Tragödie"

Grund für Entwarnung sind die leicht sinkenden Zahlen allerdings nicht: "Jeder einzelne Fall von Gewalt an Kindern ist eine Tragödie", sagte BKA-Chef Jörg Ziercke. Auch, weil sexuelle Gewalt für die Betroffenen oft ein lebenslanges Trauma bedeute.

Einen leichten Rückgang gab es ebenfalls bei der Zahl der getöteten Kinder. 2013 wurden insgesamt 153 Kinder getötet, 2012 waren es 167, in 72 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Gestiegen ist dagegen die Zahl dokumentierter körperlicher Misshandlungen: 4051 Kinder waren 2013 betroffen, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Signifikanter Anstieg bei Kinderpornographie

Einen signifikanten Anstieg verzeichnete die Polizei bei Fällen von Besitz oder Verbreitung kinderpornographischen Materials. Hier wurden im vergangenen Jahr 6691 Fälle registriert - ein Anstieg von 16,43 Prozent.

Misshandlung fernab der Öffentlichkeit

Die meisten Straftaten gegenüber Kindern finden nach wie vor im privaten Bereich fern ab der Öffentlichkeit statt. Entsprechend hoch dürfte laut Experten die Dunkelziffer sein. Entgegenwirken lasse sich häuslichem Missbrauch vor allem durch Prävention: Kinderhilfe-Vorsitzender Becker forderte daher "frühe Hilfen" für überforderte Familien und einen Ausbau der Beratungsangebote, vor allem auf dem Lande. Der deutsche Kinderschutz gleiche immer noch einem Flickenteppich, notwendig seien einheitliche Standards.

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