Winfried Kretschmann

Mögliche Gauck-Nachfolge Kretschmann würde es sich "reiflich überlegen"

Stand: 11.11.2016 10:00 Uhr

Baden-Württembergs grüner Landeschef Winfried Kretschmann ist sich einerseits sicher, keine Anfrage wegen einer möglichen Gauck-Nachfolge zu erhalten. Sollte der Ruf aber dennoch kommen, werde er sich das "reiflich überlegen", kündigte er an.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann rechnet nicht mit einer Anfrage für die Nachfolge von Joachim Gauck. Sollte eine solche dennoch kommen, schließt er eine Kandidatur aber auch nicht grundsätzlich aus. "Wenn man mich dann ruft - der Ruf wird aber ziemlich sicher gar nicht kommen - dann muss ich mir das reiflich überlegen", sagte der Grünen-Politiker im SWR-Fernsehen.

Er strebe "aber erstmal" das Bundespräsidentenamt nicht an, "ich bin gerne Ministerpräsident von Baden-Württemberg", so Kretschmann weiter. Er wird seit langem als möglicher Kandidat gehandelt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt etwa hält Kretschmann für einen geeigneten Kandidaten: "Ich halte nichts von Namensspekulationen. Dass Winfried Kretschmann für das Amt des Bundespräsidenten geeignet wäre, liegt auf der Hand", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Auch von der Unionsseite ist der baden-württembergische Landeschef als Anwärter für die Gauck-Nachfolge im Gespräch: Kanzlerin Angela Merkel soll bereits angeblich mit ihm darüber gesprochen haben.

Spitzentreffen abgesagt

Heute wollten sich die Parteichefs von CDU, CSU und SPD erneut im Kanzleramt treffen, um über die Nachfolge für das höchste Staatsamt zu beraten. Aufgrund einer Grippeerkrankung von SPD-Chef Sigmar Gabriel wurde das Treffen abgesagt und auf den Sonntag verlegt. Die Koalitionsspitzen wollen klären, ob sie sich noch auf einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Staatsoberhaupts einigen können. Gelingt ihnen dies nicht, dürften SPD und Union jeweils einen eigenen Vorschlag machen.

Für die SPD wird das aller Voraussicht nach Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sein, den Merkel und Seehofer aber bislang ablehnen. Nach einem Treffen am vergangenen Sonntag hatte es von allen drei Seiten geheißen, dass eine Einigung auf einen Konsenskandidaten noch möglich sei.

Über dieses Thema berichtete die "Landesschau aktuell" im SWR am 10. November 2016 um 19:30 Uhr.

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