Modell einer Krebszelle | Bildquelle: obs

Anstieg seit 1970 Fast doppelt so viele Krebskranke

Stand: 29.11.2016 09:56 Uhr

Krebs ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Seit dem Jahr 1970 hat sich die Zahl der Patienten fast verdoppelt. Das liegt aber auch an der höheren Lebenserwartung. Und so gibt es Grund zur Hoffnung.

In Deutschland sterben heute mehr Menschen an Krebs als vor drei Jahrzehnten. Das geht aus dem ersten Bericht zum Krebsgeschehen hervor, den das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesgesundheitsministerium in Berlin vorgestellt haben.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sieht anlässlich des Berichts aber auch Fortschritte beim Kampf gegen Krebs: "Dank unserer guten Gesundheitsversorgung leben Menschen nach einer Krebsdiagnose heute deutlich länger als vor zehn Jahren." Menschen, die an Krebs sterben, werden heute im Schnitt 74 Jahre alt - vier Jahre älter als noch 1980. Auch die Zahl derer, die mit Krebs oder nach überstandener Krebserkrankung leben, steigt. In Deutschland leben derzeit rund vier Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon einmal an Krebs erkrankt sind.

Bericht über Krebserkrankungen vorgestellt
tagesschau 20:00 Uhr, 29.11.2016, Marion von Haaren, ARD Berlin

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Mehr Tote durch Krebs

Insgesamt hat sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen aber zwischen 1970 und 2013 auf etwa 482.500 nahezu verdoppelt. Auch sterben heute insgesamt mehr Menschen an Krebs. Gab es 1980 rund 193.000 Todesfälle, waren dies 2014 etwa 224.000. Wesentliche Ursache dafür ist nach Angaben der Experten die Alterung der Gesellschaft. Für fast alle Krebsarten steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Lebensalter.

Wird dieser Alterseffekt heraus gerechnet, gehen die Erkrankungsraten seit einigen Jahren insgesamt zurück. Zum Beispiel leiden weniger Männer an Lungenkrebs, da es weniger Raucher gibt. Die geringeren Raucherquoten bei Frauen und Jugendlichen schlagen sich indes noch nicht in der Krebsstatistik nieder. Bei Frauen steigen die Lungenkrebsraten nach wie vor an.

Krebsbehandlung
galerie

Viele Neuerkrankungen - aber gestiegene Lebenserwartungen. Beim Kampf gegen Krebs gibt es deutliche Fortschritte.

Anstieg bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lebertumoren

Neben dem Lungenkrebs bei Männern sind vor allem die Krebserkrankungen des Magens und des Darms rückläufig. Langfristig gibt es auch einen starken Rückgang beim Gebärmutterhalskrebs. Dagegen steigen die Erkrankungsraten beim Bauchspeicheldrüsenkrebs und bei bösartigen Lebertumoren. Da sich die Behandlungsergebnisse in den vergangenen Jahrzehnten nicht entscheidend verbessert haben, führen die meisten dieser Erkrankungen zum Tode.

30 Prozent der Krebserkrankungen vermeidbar

Mindestens 30 Prozent aller Krebserkrankungen gelten weltweit als vermeidbar, vor allem durch den Verzicht auf das Rauchen, die Vermeidung von starkem Übergewicht, ausreichend Bewegung, keinen oder maßvollen Alkoholkonsum sowie die Vorbeugung etwa von Hepatitis-B durch Schutzimpfungen.

Der "Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland" des Zentrums für Krebsregisterdaten am RKI ist erstmals veröffentlicht worden. Grundlage sind die Daten aus den epidemiologischen Krebsregistern der Bundesländer, die am RKI zusammenlaufen und ausgewertet werden. Er soll künftig alle fünf Jahre erscheinen. Damit existiert erstmals eine umfassende Übersicht zu Krankheitsgeschehen, Fortschritten und künftigen Entwicklungen.

Fast doppelt soviele Krebserkrankungen wie 1970
R. Lüer, ARD Berlin
29.11.2016 12:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2016 um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr.

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