Der Oberbürgermeister von Schorndorf, Matthias Klopfer und Roland Eisele, Polizeipräsident in Aalen | Bildquelle: dpa

Nach Krawallen bei Volksfest Polizei erhöht Präsenz in Schorndorf

Stand: 17.07.2017 16:55 Uhr

Nach Krawallen und sexuellen Übergriffen im baden-württembergischen Schorndorf will die Stadt das Volksfest mit mehr Polizisten sichern. Aus einer Ansammlung von rund 1000 Menschen waren in der Nacht zum Sonntag Festgäste und Polizisten angegriffen worden.

Die Polizei in der baden-württembergischen Stadt Schorndorf will ihre Einsatzkräfte massiv aufstocken. Das Polizeiaufgebot bei dem bis Dienstag dauernden Volksfestes sei "deutlich verstärkt" worden, sagte der Aalener Polizeipräsident Roland Eisele. Auch werde die Polizei an den beiden letzten Tagen der "Schorndorfer Woche" dunkle Ecken auf dem Festgelände stärker ausleuchten. Das Ausmaß der Aggression bei den Vorfällen vom Wochenende sei "nicht vorhersehbar" gewesen.

Übergriffe bei Volksfest in Schorndorf
tagesthemen 21:35, 17.07.2017, Eva Macht, SWR

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Flaschen auf Beamte geworfen

Bei der 49. Auflage des Volksfests hatte es am Freitag und Samstag Krawalle gegeben. Aus einer Ansammlung von rund 1000 jungen Menschen im Schlosspark heraus waren in der Nacht zum Sonntag Festgäste und Polizisten angegriffen worden.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl verurteilte die Gewalt scharf. "Wir dulden solche Exzesse nicht", sagte er. "Bei uns gibt es keine rechtsfreien Räume. Wir haben null Toleranz bei Gewalt, bei sexuellen Übergriffen oder bei Gewalt gegen die Polizei."

Von wem die Aggressionen ausgegangen, ist noch unklar. Vor den Krawallen hätten vor allem Abiturienten und Realschüler auf dem Volksfest gefeiert, sagte der Oberbürgermeister der Stadt, Matthias Klopfer, dem SWR. Später seien auch mehrere Menschen mit Migrationshintergrund oder Asylbewerber hinzugekommen - dies sei aber nicht der Großteil gewesen.

Schorndorf, Baden-Württemberg | Bildquelle: dpa
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Am Samstag war es am Rande der "Schowo" zu Ausschreitungen gekommen.

Polizei war überfordert

Die Krawallmacher hätten "aus der Anonymität heraus" gehandelt, sagte Eisele. Der Aalener Polizeipräsident räumte ein, dass die Polizei angesichts der unerwartet heftigen Gewaltausbrüche die Lage nicht immer im Griff gehabt habe. Die Einsatzkräfte hätten sich kurzzeitig zurückziehen und neu aufstellen müssen. Im weiteren Verlauf der Nacht zogen den Ermittlern zufolge mehrere Gruppen von jeweils 30 bis 50 Menschen durch die Innenstadt.

Die Polizei musste nach eigenen Angaben Verstärkung aus den umliegenden Landkreisen in Schorndorf zusammenziehen, um dem "massiven Aggressionspotenzial" begegnen zu können. Bei den Ausschreitungen im Park hätten sich zum Teil zuvor im Clinch liegende Gruppen gegen die Polizei solidarisiert. Es habe aber keinen überdurchschnittlichen Anteil von Migranten in der Menschenmenge gegeben. Zeugenaussagen, wonach in der Nacht zum Sonntag kleine Gruppen mit Messern und Schreckschusspistolen durch die Stadt gezogen seien, gehe die Polizei noch nach.

Zwei junge Frauen wurden bei dem Stadtfest nach Angaben der Polizei von Flüchtlingen begrapscht. Als Tatverdächtigen ermittelte die Polizei in einem Fall einen 20-jähriger Iraker, im zweiten Fall drei afghanische Asylbewerber im Alter von 18 bis 20 Jahren. Das Trio soll eine 17-Jährige belästigt haben. Haftbefehle wurde nach den Worten Eiseles bislang nicht erlassen. Der Polizeipräsident rief mögliche weitere Opfer von Sexualstraftaten auf, sich bei den Ermittlern zu melden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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