Gesundheitskarten | Bildquelle: ARD-aktuell / Weiss

CDU-Arbeitnehmer zu Krankenkassenbeiträgen Arbeitgeber sollen wieder die Hälfte zahlen

Stand: 01.01.2016 18:01 Uhr

SPD und Opposition fordern es seit längerem. Nun spricht sich auch der CDU-Arbeitnehmerflügel dafür aus, dass die Beiträge zu den Krankenkassen wieder je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gezahlt werden. Dies solle mittelfristig erfolgen, so CDU-Politiker Laumann.

Im Koalitionsstreit um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen hat sich der CDU-Arbeitnehmerflügel dafür ausgesprochen, die Arbeitgeber "mittelfristig" wieder zur Hälfte an den Beiträgen zu beteiligen. "Eine Arbeitnehmerorganisation wie die CDA tritt selbstverständlich für die paritätische Finanzierung unseres Gesundheitssystems ein", sagte CDA-Chef Karl-Josef Laumann dem "Spiegel".

Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, auf der Bundesversammlung in Münster | Bildquelle: dpa
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Laumann will die Arbeitnehmer beim Krankenkassenbeitrag wieder entlasten.

Die Debatte war aufgekommen, weil ab Januar die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit durchschnittlich 15,5 auf 15,7 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Diese Erhöhung muss über Zusatzbeiträge von den Arbeitnehmern allein getragen werden.

Laumann stellt sich gegen Forderungen anderer Politiker aus der Union. Noch am 27. Dezember hatte Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein gesagt, der allein von den Arbeitnehmern getragene Zusatzbeitrag müsse "erst einmal so bleiben, um die Wettbewerbswirkung zu entfalten".

SPD spricht von ungerechter Regelung

Unterstützt wird die Forderung nach gleicher Beteiligung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern nicht nur von der Opposition und den Gewerkschaften, sondern auch vom sozialdemokratischen Koalitionspartner.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte: "Es ist ungerecht, dass die Kostensteigerungen allein von den Arbeitnehmern getragen werden." In der Sozialversicherung sei "die paritätische Finanzierung ein bewährtes System, das Deutschland stark gemacht hat". Die SPD wolle das Vorhaben spätestens im Wahlprogramm für die nächste Legislaturperiode aufgreifen.

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