Versichertenkarten der Krankenkassen: Die Beiträge steigen im nächsten Jahr

Gesundheitspolitik Krankenkassenbeiträge könnten 2018 sinken

Stand: 12.10.2017 15:46 Uhr

Mögliche Entlastung für den Geldbeutel: 2018 könnten die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sinken. Das teilte der zuständige Schätzerkreis mit. Eine Bestätigung durch das Gesundheitsministerium wird bis November erwartet.

Rekordbeschäftigung und gute Konjunktur bescheren den Beitragszahlern im kommenden Jahr voraussichtlich eine Entlastung bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Bundesgesundheitsministerium und Bundesversicherungsamt gehen davon aus, dass der Zusatzbeitrag von derzeit durchschnittlich 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent reduziert werden kann.

Die Krankenkassen hatten sich im zuständigen Schätzerkreis gegen eine Senkung gewehrt, da sie künftig mit höheren Ausgaben rechnen. Es wird aber erwartet, dass das Gesundheitsministerium bis Anfang November eine Senkung des Beitrags festlegt. Damit würde auch der Gesamtbeitrag für die 54 Millionen Kassenmitglieder im Schnitt von 15,7 Prozent auf 15,6 Prozent vom Bruttolohn sinken.

Reserven auf 17,5 Milliarden gestiegen

Der stabile Beitrag ist vor allem auf die anhaltend gute Beschäftigungslage zurückzuführen. Zudem hatte Gesundheitsminister Hermann Gröhe den Krankenkassen im Wahljahr 2017 zusätzlich 1,5 Milliarden Euro aus der Reserve des Gesundheitsfonds zukommen lassen. Mitte des Jahres waren die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen bereits auf rund 17,5 Milliarden Euro gestiegen.

Seit 2015 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte einen festen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Den Zusatzbeitrag von derzeit durchschnittlich 1,1 Prozent zahlen die Arbeitnehmer vollständig. Die Höhe des Zusatzbeitrages unterscheidet sich je nach Krankenkasse.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Oktober 2017 um 16:15 und 17:45 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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