Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

22.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 16:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 15:00 Uhr
Inhalt
Inland
Steinbrück will Schuldenbremse
Steinbrück will "Schuldenbremse" im Grundgesetz
Wie sollen Konjunkturpakete abbezahlt werden?

Steinbrück will "Schuldenbremse" im Grundgesetz

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück will der steigenden Neuverschuldung durch die von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakete mit strengen Tilgungsregeln begegnen. Das Bundeskabinett wolle noch Ende Januar die Regeln zur Rückzahlung der Milliardenkredite festlegen, sagte der SPD-Politiker. Mittelfristig werde es zudem im Grundgesetzartikel 115 eine "sehr scharfe Schuldenbremse" geben.

Laut Steinbrück prüft sein Ministerium verschiedene Möglichkeiten zur Tilgung dieser neuen Schulden des Bundes: So könnten etwa Gewinne der Bundesbank nach dem Vorbild des Erblastentilgungsfonds verwendet werden. Diese Kredite aus den Folgen der deutschen Wiedervereinigung seien fast abgetragen. Eine andere Variante sei, Steuermehreinnahmen ab einer bestimmten Höhe heranzuziehen. "Wir könnten eine bestimmte Wachstumsrate festlegen. Wenn diese Wachstumsrate überschritten wird, dann werden die Mehreinnahmen, die damit verbunden sind, zu X Prozent, zwingend gesetzlich vorgeschrieben, zur Tilgung vorgesehen", erläuterte Steinbrück.

Er könne sich auch eine Mischform aus beiden Varianten vorstellen, erklärte der Politiker. Wichtig sei, dass die Regeln gesetzlich festgeschrieben würden. Die "Schuldenbremse" im Grundgesetz müsse dafür sorgen, dass die Regierung nach der Konjunkturkrise zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte zurückkehre und künftige Mehreinnahmen nicht für andere Zwecke ausgebe, sagte Steinbrück.

[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]

Umstellung der Schuldenuhr

Schüler betrachten die Schuldenuhr im "Haus der Geschichte in Bonn". (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Schuldenuhr im "Haus der Geschichte in Bonn", gestern: Der Zuwachs ist noch bei 474 Euro pro Sekunde. ]
Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler werden Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr 140 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Verbandspräsident Karl Heinz Däke stellte am Vormittag die Schuldenuhr um - von 474 Euro Schulden pro Sekunde auf 4439 Euro pro Sekunde. "Die Dimension der gegenwärtigen Verschuldungsorgie ist kaum noch zu begreifen", sagte Däke. Der Zuwachs bilde die geplanten Ausgaben des Finanzmarktstabilisierungsfonds, die staatlichen Konjunkturpakete und die sinkenden Steuereinnahmen ab, hieß es. Die gesamtstaatliche Schuldenlast werde somit bis Ende 2009 auf rund 1,65 Billionen Euro steigen.

Was wird aus Wahlversprechen einer Steuerreform?

Trotz der Rekordverschuldung, die durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung noch forciert wird, dringt die Unionsfraktion auf eine tiefgreifende Steuerreform nach der Bundestagswahl. "Die Steuerreform wird Bestandteil des Wahlprogramms sein, wie vom Bundesparteitag in Stuttgart beschlossen", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) der "Financial Times Deutschland". Auch CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla pochten auf Steuererleichterungen. "Es bleibt vom Grundsatz her beim Steuerprogramm der CSU, wovon lediglich der erste Teil jetzt umgesetzt wird", bekräftigte Ramsauer gegenüber der "Financial Times Deutschland".

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) warnte seine Partei hingegen davor, wie geplant mit dem Versprechen einer Steuerreform in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. "Unsere Idee von Steuersenkungen ist nicht falsch geworden, aber sie ist kurzfristig nicht mehr realisierbar", äußerte er sich im "Handelsblatt". Der CDU-Finanzpolitiker Otto Bernhardt forderte ein Festhalten an eine großen Steuerreform, die aber frühestens 2013 kommen könnte - also in der übernächsten Legislaturperiode.

Steinbrück hält es für unmöglich

Steinbrück hatte eine große Steuerreform wegen der desolaten Finanzlage für die nächsten zehn Jahre ausgeschlossen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich in der ARD-Sendung "Farbe bekennen" angesichts des Umfangs der staatlichen Konjunkturpakete zurückhaltend zu den bisherigen Steuerplänen von CDU und CSU geäußert.

[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]

Beratungen mit Brown

Über die internationale Finanzkrise beriet Kanzlerin Merkel am Vormittag auch mit dem britischen Premier Gordon Brown. Bei dem Treffen im Kanzleramt sprachen die beiden unter anderem über die Vorbereitungen für den G20-Gipfel im Frühjahr in Großbritannien. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industriestaaten und Schwellenländer kommen Anfang April in London zusammen, um über Wege aus der Wirtschaftskrise zu beraten.

Hintergrund:

Konjunkturpaket II
Weitere Meldungen Fragen und Antworten Wer profitiert wie vom Konjunkturpaket II? [mehr]

Merkel hatte am Mittwoch in ihrer Regierungserklärung zum Konjunkturpaket II den Anspruch Deutschlands auf eine starke Rolle bei der Erarbeitung der internationalen Reformen bekräftigt. Die Bundesregierung setzt sich im Rahmen der G-8 bereits seit Jahren für mehr Transparenz auf den Finanzmärkten ein.

Stand: 15.01.2009 17:01 Uhr

Weitere Inhalte

Nachrichten-Weltatlas

Weltatlas

WeltatlasDeutschland

Landkarte, weitere Nachrichten aus der Region und viele Hintergrundinformationen.
[Flash|HTML]

Kommentar

Kommentar

InternWenn die Hütte brennt!

Das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung ist eine Therapie ohne Diagnose, findet Birgit Wentzien. [mehr]

Bilder

Konjunkturpaket II.

KameraGelungener Mix oder Murks?

Was Politiker, Ökonomen und Gewerkschafter vom Konjunkturpaket II halten. [mehr]

Chat-Protokoll

Intern"Schuldenmachen der Regierung ist richtig"

- Sparen dagegen würde die Wirtschaftskrise verschlimmern, sagte der Konjunkturexperte Michael Bräuninger im tagesschau-Chat. [mehr]

Dossier

Banner Angela Merkel Ullrich Deppendorf

InternCDU-Parteitag in Stuttgart im Dezember 2008

Hier finden Sie Berichte und Analysen der ARD-Korrespondenten. [mehr]

 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW