Emblem der deutschen Flagge auf Soldaten-Uniform | Bildquelle: picture alliance / dpa

Bundeswehrskandal Weiterer Kamerad von Franco A. ist frei

Stand: 18.07.2017 16:48 Uhr

Nach Maximilian T. ist auch der zweite mutmaßliche Komplize des terrorverdächtigen Bundeswehrsoldaten Franco A. auf freiem Fuß. Die Bundesanwaltschaft hat seine Freilassung beantragt. Nach bisherigen Erkenntnissen sei eine Haft nicht mehr verhältnismäßig.

Im Fall des terrorverdächtigen Offiziers Franco A. hat der Bundesgerichtshof (BGH) auf Antrag der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe angeordnet, einen weiteren mutmaßlichen Komplizen freizulassen. Der Haftbefehl gegen den 25 Jahre alten Mathias F. sei außer Vollzug gesetzt worden, teilte die oberste Anklagebehörde mit.

F. habe sich "in mehrtägigen Vernehmungen umfangreich zum Tatvorwurf eingelassen", erklärte die Anklagebehörde. Deshalb sei der weitere Vollzug der Untersuchungshaft unverhältnismäßig. Der Flucht- und Verdunklungsgefahr könne in seinem Fall von nun an auch "durch weniger einschneidende Maßnahmen" begegnet werden.

Terrorakt gegen Politiker geplant

Anfang Juli war bereits Maximilian T. aus dem Gefängnis entlassen worden. Gegen ihn bestehe kein dringender Tatverdacht mehr, hatte es geheißen. Das Trio soll vorgehabt haben, Anschläge auf hochrangige Politiker und andere Persönlichkeiten zu begehen. Dafür hatten sie sich unter anderem eine Schusswaffe beschafft und diese auf dem Flughafen Wien versteckt.

Um die Tat als Terrorakt eines radikalen Islamisten erscheinen zu lassen, legte sich Franco A. sogar eine falsche Identität als "syrischer Flüchtling" zu. Er sitzt seit April in Untersuchungshaft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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