Kommentar

Kommentar zu den Landtagswahlen Wolf und Klöckner brauchen einen Plan B

Stand: 13.03.2016 23:53 Uhr

Mit der AfD hat der völkisch-nationale und rassistische Populismus die parlamentarische Bühne erobert. In den Landtagen muss die Partei nun ihre Demokratiefähigkeit beweisen, meint Rainald Becker. Dagegen benötigen die CDU-Ex-Hoffnungsträger Wolf und Klöckner dringend einen Plan B.

Ein Kommentar von Rainald Becker

Dieser Sonntag bedeutet eine Zäsur für Deutschland. Die Flüchtlingskrise und die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel, sie haben die Parteienlandschaft umgepflügt. Union und SPD mussten teilweise ordentlich Federn lassen, und mit der AfD hat der völkisch-nationale und rassistische Populismus die parlamentarische Bühne erobert - bis auf weiteres.

Aber - den Beweis für ihre Demokratiefähigkeit kann die AfD jetzt in den Landtagen antreten. Es gibt aber auch Erfreuliches an diesem Abend: Die Wähler wollen mehrheitlich Kontinuität. Winfried Kretschmann, Malu Dreyer, Reiner Haseloff: Die Ministerpräsidenten sollen weiter regieren - mit wem auch immer. Vielleicht müssen Bündnisse gedacht werden, die bisher nicht vorstellbar waren.

CDU-Hoffnungsträger abgewatscht

Abgewatscht wurden die CDU-Hoffnungsträger in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, Guido Wolf und Julia Klöckner. Beiden ist die zeitweilige Abkehr von Merkels Flüchtlingspolitik zum Verhängnis geworden. Das Volk liebt bekanntlich den Verrat, nicht aber den Verräter. Klöckner braucht jetzt einen persönlichen Plan B statt A2, und - Baden Württemberg ist kein Wolf-Erwartungsland, wie der CDU-Spitzenmann im Wahlkampf gerne behauptet hat. Nein, der Wolf im Südwesten wurde heute vom Wähler zur Strecke gebracht, erledigt.

Der Kommentar: Rainald Becker, ARD Berlin zu den Wahlergebnissen
tagesthemen 23:20 Uhr, 13.03.2016

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Zu glauben, er könne trotzdem Ministerpräsident im "Ländle" werden, eine Regierung der Verlierer aus CDU, SPD und FDP bilden, und so den beliebten Ministerpräsidenten Kretschmann in die Opposition schicken, das ist dreist und zeugt mehr von Größenwahn als von Durchblick. Sei's drum, wenn die demokratischen Parteien sich besinnen und zusammenraufen, dann hält dieses Land auch die AfD aus - locker.

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