Kommentar

Politische Vision Merkels Worte machen Mut

Stand: 31.08.2015 21:59 Uhr

In der Flüchtlingskrise hat Kanzlerin Merkel eine Art politische Vision entwickelt - ein bemerkenswertes Novum. Mit ihrer energischen Ansage - "Wir schaffen das" - macht sie den Menschen in Deutschland Mut.

Von Robin Lautenbach, RBB

Als Angela Merkel die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau besuchte, wurde sie vom rechtsextremen Mob persönlich angepöbelt. Vielleicht war das ein Anstoß. Jetzt jedenfalls zeigte die Kanzlerin Flagge und übernahm das Steuer in der Flüchtlingsfrage.

Den Rassisten tritt sie unmissverständlich entgegen, "keine Spur von Verständnis", so ihre knappe Formel. Richtig so. Bemerkenswerter aber ist, dass Merkel in der Flüchtlingskrise tatsächlich so etwas wie eine politische Vision entwickelt, das hatte man ihr bislang nicht zugetraut.

Ihre Vision ist ein Bild von Deutschland: Ausgestattet mit den Werten des Grundgesetzes kann dieses Land auch schwere Krisen meistern. Von Wiedervereinigung bis Flüchtlingsfrage: Wir schaffen das - das ist die Ansage. Damit spricht sie den Deutschen Mut zu. Denen, die sich vor der schieren Zahl der Flüchtlinge ängstigen, ebenso wie denen, die rechtsextreme Gewalt fürchten.

Doch Merkel wäre nicht Merkel, wenn sie sich bei allen Visionen nicht auch um die Details kümmerte, von der deutschen Bauordnung bis zum Druck auf unsolidarische EU-Länder. Auch das ist richtig, in der Flüchtlingsfrage wird es nicht die eine, einfache Lösung geben.

Merkel hat heute für ihre Verhältnisse emotional und energisch formuliert. Sie hat die Flüchtlingskrise als das angenommen, was es ist: die größte Herausforderung Deutschlands und Europas seit langem.

Kommentar: Robin Lautenbach, RBB, zu Merkels Pressekonferenz
tagesthemen 22:15 Uhr, 31.08.2015

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Darstellung: