Der Sarg Helmut Kohls steht beim Pontifikalrequiem im Dom zu Speyer. | Bildquelle: dpa

Requiem in Speyer Letzte Verneigung vor Helmut Kohl

Stand: 01.07.2017 20:22 Uhr

Deutsche und internationale Politiker sowie die Witwe Kohls haben bei einem Pontifikalrequiem im Dom zu Speyer Abschied vom Altkanzler genommen. Bischof Wiesemann würdigte ihn als Staatsmann, "der seine Heimat und sein Vaterland liebte". Auch auf die familiäre Situation ging er ein.

Im Kaiserdom in Speyer hat das Pontifikalrequiem für den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl stattgefunden. Es wurde von Bischof Karl-Heinz Wiesemann geleitet, der in seiner Predigt auf die politischen Verdienste Kohls als Architekt der deutschen Einheit und Fürsprecher der europäischen Einigung verwies.

Er würdigte den Altkanzler als einen "wahrhaft großen Staatsmann, der seine pfälzische Heimat und sein deutsches Vaterland liebte und aus einem weiten, universalen Horizont heraus lebte und handelte". Für den gläubigen CDU-Politiker seien es zwei Seiten einer Medaille gewesen, Patriot und Europäer zu sein. Die deutsche Einheit, fest eingebunden in die Europäische Gemeinschaft, werde zu Recht immer mit seinem Namen verbunden bleiben.

Abschied von Altkanzler Kohl im Kaiserdom zu Speyer
tagesthemen 23:30 Uhr, 02.07.2017, Peter Sonnenberg, SWR

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"Mit allem, was Menschsein bedeutet"

Der Bischof drückte der Witwe Maike Kohl-Richter, aber auch den Söhnen und Enkeln von Kohl sein Mitgefühl aus. "Es ist der Abschied von einem Menschen, mit allem, was Menschsein in Kraft und in Schwäche bedeutet." Das Verhältnis zwischen Kohl und seinen Söhnen galt als zerrüttet.

Kohl sei ein gläubiger Katholik gewesen, der Speyer und dem Dom zeitlebens besonders verbunden gewesen sei, so Wiesemann. 1996 gründete sich auf Kohls Initiative hin die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die sich gemeinsam mit dem Dombauverein um den Erhalt des Unesco-Weltkulturerbes kümmert.

Kohl bezeichnete den Dom häufig als seine "Hauskirche". Während seiner Kanzlerschaft zeigte er vielen internationalen Politikern die Kathedrale.

Der Sarg Helmut Kohls steht im Dom zu Speyer. | Bildquelle: AFP
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Als junger Mensch suchte Helmut Kohl im Dom Schutz vor Luftangriffen - nun stand dort sein Sarg beim Pontifikalrequiem.

Zeremonie auf Großbildleinwände übertragen

Im Dom waren ungefähr 1500 geladene Gäste versammelt: darunter die deutsche Staatsspitze, internationale Spitzenpolitiker, politische Weggefährten sowie Freunde Kohls. Maike Kohl-Richter saß zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton.

Kohls Söhne wurden dagegen nicht im Dom gesehen. Vor allem Kohls älterer Sohn Walter hatte sich kritisch über die Trauerfeierlichkeiten geäußert, weil es keinen Staatsakt für seinen Vater gab.

Im Domgarten wurde der Trauergottesdienst für etwa 2000 Menschen auf Großbildleinwände übertragen.

Totenwache der Bundeswehr

Mit einem militärischen Ehrenzeremoniell gingen die offiziellen Trauerfeierlichkeiten zu Ende. In Speyer spielte das Musikkorps der Bundeswehr unter anderem einen Trauermarsch und die Nationalhymne.

Das Begräbnis fand auf Wunsch der Witwe im engen Freundes- und Familienkreis statt.

Erster europäischer Trauerakt in Straßburg

Am Vormittag hatten in Straßburg Spitzenpolitiker und Weggefährten aus aller Welt Kohl bei einem europäischen Trauerakt die letzte Ehre erwiesen. Viele Gäste fanden dabei sehr persönliche und emotionale Worte.

Kanzlerin Merkel verneigt sich im EU-Parlament vor dem Sarg Helmut Kohls. | Bildquelle: dpa
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Kanzlerin Merkel verneigt sich im EU-Parlament vor dem Sarg Helmut Kohls.

Mit der "Mainz" nach Speyer

Der Sarg mit dem Leichnam Kohls war anschließend mit dem Schiff "Mainz" nach Speyer gebracht worden. Ein Ehrenbataillon der Bundeswehr trug den Sarg von Bord, bevor ein Leichenwagen ihn in den Dom brachte. An der Straße standen zahlreiche Menschen Spalier, als der Konvoi vorbeifuhr.

Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren in Ludwigshafen gestorben. Der CDU-Politiker war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. Eine so lange Amtszeit von 16 Jahren hatte bislang kein bundesdeutscher Regierungschef.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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