ein Polizist auf dem Bahnhofsplatz in Köln | Bildquelle: dpa

Daten der Kölner Ermittler Junge Nordafrikaner im Visier der Polizei

Stand: 15.01.2016 16:52 Uhr

Taschendiebstähle, begangen von jungen Männern aus Nordafrika: Die Kölner Polizei hat erklärt, dass dieses Problem in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden ist. Sie gab auf einer Pressekonferenz neue Zahlen bekannt.

Nach den Silvester-Übergriffen hat die Polizei Köln erklärt, dass die Anzahl von Tatverdächtigen aus dem nordafrikanischen Raum in den vergangenen Jahren deutlich zunahm. Der leitende Kriminaldirektor Norbert Wagner erklärte, dies betreffe besonders Taschendiebstähle. 40 Prozent aller in Köln ermittelten Taschendiebstähle ließen sich auf Täter aus dieser Region zurückführen.

Anteil nordafrikanischer Täter gestiegen

2014 hätten Nordafrikaner einen Anteil von 8,8 Prozent an allen Tatverdächtigen in Köln gestellt. 2015 seien es deutlich mehr als zehn Prozent gewesen. Wagners Angaben zufolge ging es neben Laden- und Taschendiebstähle auch um Straßenraub.

Im Jahr 2014 ermittelte die Kölner Polizei seinen Angaben zufolge 1800 Tatverdächtige aus dem nordafrikanischen Raum. Zum Vergleich: Laut Stadtverwaltung waren in dem Zeitraum insgesamt 5500 Menschen aus dieser Region in Köln registriert.

Marokkaner ganz oben in der Statistik

Die meisten Tatverdächtigen stammten aus Marokko. Innerhalb eines Jahres wurden von zuvor bereits polizeilich registrierten Marokkanern 45 Prozent wieder straffällig, gefolgt von Algeriern (41 Prozent) und Tunesiern (38 Prozent). Bei Syrern beträgt der Anteil den Angaben zufolge lediglich 0,6 Prozent.

Was die Täter angeht, wies Wagner darauf hin, dass es sich in 90 Prozent der Fälle um junge Männer handele, die unbegleitet und hierzulande auf sich alleine gestellt seien.

Marokko und Algerien als "sichere Herkunftsländer"?

Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, ist die Zahl Asylsuchender aus Algerien und Marokko in den zurückliegenden Monaten deutlich gestiegen. Im Juni zum Beispiel kamen demnach jeweils deutlich unter 1000 Menschen aus den beiden nordafrikanischen Ländern nach Deutschland. Im Dezember hingegen seien fast 2300 Algerier und knapp 2900 Marokkaner gezählt worden.

Vertreter der Union verlangen, Algerien und Marokko als "sichere Herkunftsländer" einzustufen, um Asylbewerber von dort schneller in ihre Heimat zurückzuschicken. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann reagierte skeptisch. "Das würde im Moment nicht helfen, weil die abgelehnten Bewerber aus diesen Ländern nicht abgeschoben werden." Marokkaner und Algerier erhalten nur in wenigen Fällen ein Bleiberecht in Deutschland, ihre Asylverfahren ziehen sich aber über viele Monate hin.

Kölner Ermittler geben neue Daten bekannt
tagesschau 16:00 Uhr, 15.01.2016, Demian von Osten, WDR

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