Schwarzgeld

Verdacht auf Steuerbetrug Ermittlungen gegen Rüstungsmanager

Stand: 26.05.2014 19:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft München hat ihre Ermittlungen gegen den Rüstungskonzern Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) ausgeweitet. Auch der Unternehmenschef ist jetzt im Visier der Fahnder. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den KMW-Geschäftsführer Frank Haun, Steuern hinterzogen zu haben, indem er Bestechungsgelder unzulässig als Betriebsausgaben absetzte. Haun gilt als einer der wichtigsten Ansprechpartner der Bundesregierung in Rüstungsfragen.

Bei den Ermittlungen geht es um ein Rüstungsgeschäft mit Griechenland vor zehn Jahren. Bei dem Verkauf von Panzerhaubitzen für knapp 200 Millionen Euro sollen Mitarbeiter des heutigen Krauss-Maffei-Wegmann-Konzerns griechische Beamte bestochen haben. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hat das Unternehmen dann einen Teil des Schmiergeldes als Betriebsausgaben beim Finanzamt geltend gemacht. Schmiergeldzahlungen sind aber nicht von der Steuer absetzbar. Die Bestechung selbst allerdings wäre vermutlich bereits verjährt.

Gegenüber der Bundesregierung hat Krauss-Maffei Wegmann in der vergangenen Woche bestritten, dass Mitglieder des aktuellen Managements zu den Beschuldigten zählten. Diese Auskunft wäre aber nur dann korrekt, wenn der Konzern von der Staatsanwaltschaft über die Ermittlungen gegen Haun bisher nicht informiert worden wäre.

Schmiergelder auf mehreren Ebenen?

Wegen des Griechenland-Auftrags steht das Unternehmen bereits seit längerem in der Kritik. Mitarbeiter des heutigen Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann sollen nicht nur griechische Beamte mit mehreren Millionen Euro geschmiert haben. Einem Ex-Manager wird vorgeworfen, sich an dem illegalen Geschäft bereichert und Schmiergeld in Millionenhöhe in die eigene Tasche gesteckt zu haben - und zwar ohne das Geld in Deutschland zu versteuern. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bereits gegen fünf ehemalige Manager des Konzerns wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

In der vergangen Woche hatten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die Staatsanwaltschaft München wegen des Deals auch gegen die SPD-Politiker Dagmar Luuk und Heinz-Alfred Steiner wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Die beiden Ex-Abgeordneten sollen bei dem Panzergeschäft mehr als fünf Millionen Euro an Honoraren erhalten haben. Weder die beiden Politiker noch KMW wollen sich zu den Vorwürfen äußern.

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