CDU-Generalsekretär Peter Tauber vor dem Parteilogo | Bildquelle: picture alliance / dpa

Kritik am "Berliner Kreis" Tauber will "beherzt" am Klimaschutz arbeiten

Stand: 05.06.2017 15:01 Uhr

Nach dem Bundesumweltministerium haben sich auch mehrere Politiker von CDU und CSU vom Klimapapier des "Berliner Kreises" der Union distanziert. CDU-Generalsekretär Tauber bekannte sich eindeutig zu den Klimaschutzzielen der Regierung.

Die Unionsspitze hat sich vom Klimapapier des konservativen "Berliner Kreises" distanziert. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, dass seine Partei an den Klimaschutzzielen festhalten werde. Die nationalen Klimaziele seien immer wieder bestätigt worden, betonte Tauber. "Daran knüpfen wir jetzt an und setzen es beherzt fort, international, in der Europäischen Union und in Deutschland mit einer konsequenten Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 - zu dem neben vielem anderen auch ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohle zählt", fügte er hinzu.

Auch aus der CSU kam Widerspruch: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, selbst Mitglied des "Berliner Kreises", sagte dem "Münchner Merkur": "Es handelt sich bei diesem Klimawandel-Konzept um ein reines CDU-Papier, mit dem ich überhaupt nichts zu tun habe." Er teile es "inhaltlich in keiner Weise". CSU-Vizegeneralsekretär Markus Blume sagte dem Blatt: "Auf den Klimawandel kann man weder mit Leugnen noch mit Schönreden antworten, sondern nur mit konsequentem Klimaschutz."

Hendricks verweist auf Kabinettsbeschluss

Zuvor hatte bereits Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kritisch Stellung bezogen. Sie sei verwundert, sagte Hendricks in Berlin. "Die Bundesregierung steht geschlossen hinter dem Pariser Klimaabkommen. Das hat das Kabinett einstimmig beschlossen."

Hendricks sagte: "Wenn Teile der CDU jetzt von diesem Weg abweichen und dem Irrweg des US-Präsidenten folgen, so bin ich darüber sehr verwundert."

"Moralische Erpressung" durch Klimaforschung

Der "Berliner Kreis", eine Gruppierung konservativer Unions-Bundestagsabgeordneter, hatte das Papier veröffentlicht, in dem der Klimawandel zwar nicht geleugnet, aber Kritik an einem deutschen "Sonderweg" geäußert wird.

Der rechte CDU-Flügel warnt vor einem ausschließlich negativen Blick auf die Erderwärmung und fordert ein Ende der "moralischen Erpressung" durch die Klimaforschung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juni 2017 um 15:00 Uhr.

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