Aktion am Rande des Klimagipfels in Bonn | Bildquelle: AP

Klimagipfel beendet Weißer Rauch in Bonn

Stand: 18.11.2017 05:31 Uhr

Der Klimagipfel in Bonn ist beendet. Die Mammut-Beratungen brachten ein Abschlussdokument hervor, das Hunderte Seiten füllt. Atmosphärisch lief es gut, der Streit dürfte 2018 in Katowice ausgetragen werden.

Von Lorenz Beckhardt, WDR

Um 04:53 Uhr fällt der Hammer. Applaus brandet auf. Frank Bainimarama, der Premierminister von Fidschi und Präsident des 23. Weltklimagipfels wirkt zufrieden. Er habe einen guten Job gemacht, sagen viele Delegierte.

Die 23. Klimakonferenz der UN - im Klimasprech "COP23" - ist Geschichte. Da war wenig vom üblichen Streit zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Da war bunter und friedlicher Protest auf den Straßen. Da war ein selbstbewusster Auftritt der Anti-Trump-Koalition "We are still in", die sich trotz des offiziellen Austritts der USA weiter als Teil des Pariser Abkommens betrachtet. Und da war der Auftritt des Sonderberaters von Donald Trump, der für die Nutzung "sauberer Kohle" antrat und dessen Anliegen im Protestgesang amerikanischer Klimaschützer unterging.

Klimakonferenz endet mit Fortschritten
tagesschau 20:00 Uhr, 18.11.2017, Birand Bingül, WDR

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Vorlage für Katowice 2018

Bonn war ein Zwischenschritt bei der Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015. In der französischen Hauptstadt war beschlossen worden, den Anstieg der Erdtemperatur bis 2100 auf "deutlich unter zwei Grad Celsius" zu begrenzen. Um das zu erreichen, wurde ein Fahrplan festgelegt. Die nächste entscheidende Etappe ist für 2018 vorgesehen, wenn im polnischen Katowice die 24. UN-Klimakonferenz zusammentreten wird.

Dort soll ein Regelbuch verabschiedet werden, in dem festgelegt wird, wie die Klimaschutzanstrengungen der Staaten gemessen, überprüft und nach einem einheitlichen Standard vergleichbar gemacht werden. In Paris wurde das Gesetz verabschiedet. In Katowice kommen die Ausführungsbestimmungen dazu, die den Staaten vorgeben werden, wie das Gesetz umzusetzen ist. Damit Katowice ein Erfolg werden kann, musste Bonn liefern.

Die wichtigsten Ergebnisse aus Bonn

- Es gibt einen Entwurf für das Regelbuch. Noch umfasst er Hunderte Seiten. In den nächsten Monaten wird er in Arbeitskonferenzen so umgearbeitet, dass die Staaten damit arbeiten können. In Katowice wird dieser Text wie das Pariser Abkommen Teil des Völkerrechts werden.

- Gescheitert sind die Entwicklungsländer mit dem Versuch, eine dauerhafte Plattform zu Klimaschäden als festen Bestandteil zukünftiger Klimagipfel zu installieren. Seit 2013 gilt das Thema "loss and damage" als relevant. Doch die Industriestaaten fürchten nichts mehr, als für Ernteausfälle durch Dürren oder Zerstörungen durch Überschwemmungen und Stürme finanziell haftbar gemacht zu werden.

- Eine Einigung gab es beim Streit um die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen, die die Industrieländer für die Zeit bis 2020 vor Paris zugesagt hatten. Darüber soll bei den nächsten Gipfeln auf Ministerebene verhandelt werden.

- Vereinbart wurde zudem ein "Talanoa"-Dialog unter dem Vorsitz von Fidschi und Polen, in dem bis Katowice eine erste Überprüfung der Klimaschutzwirkung des Pariser Abkommens vorgenommen werden soll. "Talanoa" heißt: Jede Stimme wird gehört, jeder redet aus, entschieden wird im Konsens.

- Schließlich bildete sich am Rande der Verhandlungen unter der Führung Kanadas und Großbritanniens eine Allianz aus bislang 19 Staaten, die aus der Kohle aussteigen wollen - die Industrieländer bis 2030, alle anderen bis 2050. Dass Deutschland kein Gründungsmitglied dieses Bündnisses ist, hat am Bild des einstigen Klima-Musterschülers Kratzer hinterlassen.

In Katowice wird gestritten

In Bonn lagen nicht die ganz großen Streitfragen auf dem Tisch. Das wird in einem Jahr in Katowice anders sein - dann geht es wieder ans Eingemachte. Dann wird neues Völkerrecht geschrieben. Dann wird erneut hart und lange gestritten werden. Das muss so sein. Denn auf der Erde wird es wärmer und was im Klimaschutz bislang vereinbart wurde, reicht einfach nicht, um die menschliche Zivilisation zu retten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2017 um 06:00 Uhr.

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