NDR: Länder melden mehr Kita-Plätze als erwartet

Kita Kinder Erzieherin (Bildquelle: picture alliance / dpa)

NDR liegen Zahlen der Länder vor

Mehr Kita-Plätze als erwartet

Viele Eltern können aufatmen: Die Länder haben dem Bundesfamilienministerium laut NDR Info für das kommende Jahr rund 800.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige gemeldet - und damit 20.000 mehr als der geschätzte Bedarf. In Ballungszentren kann es jedoch weiter zu Engpässen kommen.

Von Peter Mücke, NDR, ARD-Hauptstadtstudio

Die Zahlen sind mit Spannung erwartet worden und sie fallen deutlich besser aus als erwartet. Nach Informationen von NDR Info haben die Bundesländer dem Familienministerium für das Kita-Jahr 2013/14 rund 800.000 Betreuungsplätze für unter Dreijährige gemeldet.

Länder melden mehr Kita-Plätze als benötigt
P. Mücke, ARD Berlin
11.07.2013 09:00 Uhr

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Das wären bundesweit 20.000 mehr als der veranschlagte Bedarf. Nicht nur in den neuen Bundesländern, in denen es bereits jetzt eine gute Versorgung gibt, sei die Bilanz positiv, im Westen gäbe es ebenfalls eine spürbare Verbesserung. Auch dort lägen die Zahlen nah am berechneten Bedarf, hieß es aus Regierungskreisen. Ein Teil dieser Plätze werde derzeit noch aus Bundesgeldern fertiggestellt. Viele warteten aber nur noch auf die Betriebserlaubnis.

Dennoch Engpässe im Westen erwartet

Vier Babys liegen in einer Kita in Frankfurt (Oder) nebeneinander. (Bildquelle: dpa)
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Trotz des Ausbaus ist noch nicht klar, ob alle Eltern zum 1. August einen Kita-Platz für ihr Kleinkind bekommen werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass zum Stichtag 1. August alle interessierten Eltern tatsächlich auch einen Betreuungsplatz in ihrer Nähe zur Verfügung haben. Vor allem in westdeutschen Ballungszentren werde es Engpässe geben, heißt es. Denn hier wollen deutlich mehr Eltern ihre Kleinkinder betreuen lassen als beispielsweise auf dem Land.

Dennoch spricht das Ministerium von einem beachtlichen Endspurt der Länder. Möglicherweise hätten sie bis zum letzten Moment gewartet, eine Betriebserlaubnis zu beantragen. Ab 1. August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Die kommunalen Spitzenverbände hatten deshalb vor einer Klagewelle gewarnt. Noch Anfang der Woche hatte Städtetag Hauptgeschäftsführer Articus von 100.000 fehlenden Plätzen bundesweit gesprochen.

Der Rechtsanspruch

Bund, Länder und Kommunen haben mit dem Kinderförderungsgesetz den bisher umfangreichsten Ausbau der Kinderbetreuung gemeinsam auf den Weg gebracht.

Demzufolge haben von August 2013 an auch die Eltern von Kindern zwischen dem vollendeten ersten und dem dritten Lebensjahr - also der Ein- und Zweijährigen - einen Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Der Bedarf liegt nach aktuellen Schätzungen bei 780.000 Plätzen für 39 Prozent der unter Dreijährigen. Der Rechtsanspruch für die über dreijährigen Kinder besteht bereits länger.

Zusammen mit dem Betreuungsanspruch wird vor allem auf Drängen der CSU zum 1. August auch ein Betreuungsgeld für jene Eltern eingeführt, die ihre Kinder in Eigenregie betreuen lassen: zunächst 100 Euro monatlich, ab 2014 dann 150 Euro.

Dieser Beitrag lief am 11. Juli 2013 um 6:20 Uhr auf NDR Info.

Stand: 11.07.2013 05:24 Uhr

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