Aufruf von Protestanten und Katholiken zur Flüchtlingskrise Kirchen warnen vor Abschottung

Stand: 08.11.2015 15:32 Uhr

Auch die Kirchen haben auf den Vorstoß von Innenminister de Maizière reagiert: In einem gemeinsamen Aufruf warnten Protestanten und Katholiken vor einer Abschottung in der Flüchtlingspolitik. Härtere Bedingungen für Syrer seien "nicht akzeptabel".

Die Kirchen in Deutschland haben vor dem Hintergrund der Debatte um den Familiennachzug von syrischen Flüchtlingen vor einer Politik der Abschottung gewarnt: "Für die beiden christlichen Kirchen ist eine rechtliche Herabstufung von syrischen Flüchtlingen und eine Flüchtlingspolitik der Abschreckung und der Abschottung gegenüber Menschen, die vor dem Horror des IS fliehen, nicht akzeptabel", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm.

Heinrich Bedford-Strohm in Bremen | Bildquelle: dpa
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Seit' an Seit' mit der katholischen Kirche: Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm warnt ...

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, eröffnet die Frühjahrstagung in Hildesheim. | Bildquelle: dpa
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... zusammen mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, vor einer Abschottungspolitik.

Diese Stellungnahme sei mit dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, abgestimmt, sagte Bedford-Strohm weiter. Er kündigte an, die Kirchen würden "gerade die rechtliche Ausgestaltung des Familiennachzugs" genau verfolgen.

Hilfe als "gelebtes Christentum"

Das Engagement vieler Menschen für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen lobte er als "gelebtes Christentum" und warb für eine "Ethik der Einfühlung". Bedford-Strohm stellte sich in seinem Bericht vor der EKD-Synode in Bremen hinter die bisherige Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Evangelische Kirche fordert humane Flüchtlingspolitik
tagesschau 20:00 Uhr, 08.11.2015, Holger Baars, RB

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Gleichzeitig ermutigte er sie, "auch unter schwierigen Bedingungen diesen flüchtlingspolitischen Kurs zu halten und der Versuchung zu widerstehen, auf einen Kurs der Abschottung und des Einzäunens von Europa einzuschwenken".

Am Freitag waren Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bekannt geworden, syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen den Familiennachzug zu verbieten. Nach Kritik hatte de Maizière seinen nicht mit dem Kanzleramt abgestimmten Vorstoß vorerst wieder zurückgezogen. Der Minister setzt sich aber ebenso wie weitere Unionspolitiker weiterhin dafür ein, Flüchtlingen das Nachholen ihrer Familien nach Deutschland teilweise zu verwehren.

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