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27.02.2012

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Mikrozensus: Immer weniger Kinder in Deutschland
Statistiker legen Mikrozensus vor

Arm an Kindern, reich an Armen

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus sind nur noch 16,5 Prozent der 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik jünger als 18 Jahre. Vor zehn Jahren Jahren lag der Anteil noch bei 18,8 Prozent. In Westdeutschland ist die Zahl der Kinder und Jugendliche seit 2000 um zehn Prozent, in Ostdeutschland sogar um 29 Prozent gesunken. Damit sei Deutschland das "kinderärmste Land Europas", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, in Berlin.

Deutlich weniger Kinder in Ostdeutschland

Besonders große Unterschiede gibt es hier zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten ist die Zahl der Kinder in den letzten zehn Jahren deutlich stärker gesunken, fast dreimal so stark wie im Westen. Auffallend, so Egeler, seien auch die unterschiedlichen Familienstrukturen in Ost und West: Im Westen dominiere das klassische Modell aus verheirateten Eltern mit Kindern. Im Osten hingegen haben andere Familienformen wie Lebensgemeinschaften mit Kindern oder Alleinerziehende ein viel größeres Gewicht.

Im Nachbarland Frankreich liegt der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung bei mehr als 22 Prozent. Dort wird bereits seit den frühen 1980er-Jahren versucht, mit gezielter Familienpolitik die Geburtenrate zu steigern. Aber auch Großbritannien, die Niederlande sowie die skandinavischen Länder kommen auf einen Anteil von über 20 Prozent. Die meisten Kinder und Jugendlichen leben in der Türkei. Fast jeder dritte (31,2 Prozent) der über 72 Millionen Türken ist laut der Übersicht jünger als 18 Jahre.

Infografik Bevölkerung unter 18 Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Infografik Bevölkerung unter 18 ]

Viele Kinder von Armut bedroht

Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Dies geht ebenfalls aus dem Bericht über die Lebenslage von Kindern in der Bundesrepublik hervor. Danach gelten 15 Prozent der über 13 Millionen Kinder und Jugendlichen als armutsgefährdet. Das bedeutet, dass das Netto-Einkommen in ihrem Elternhaus unter dem Schwellwert von 11.151 Euro pro Jahr liegt. Die Statistik bezieht sich aber nicht nur auf das Geld. Zu den elementarsten Bedürfnissen der Kinder werden neben Essen und Kleidung auch Spielsachen, das Feiern von Festen und das Pflegen von Sozialkontakten gezählt. In den allermeisten Fällen würden diese Bedürfnisse aber erfüllt, so das Ergebnis der Studie.

Die meisten armutsgefährdeten Kinder leben in Haushalten von Alleinerziehenden. Mehr als jedes dritte Kind, dass nur von Mutter oder Vater betreut wird, gilt als armutsgefährdet. Kinder von Alleinerziehenden, sagt Egeler, erlebten ihre Mutter oder ihren Vater "in einem größeren Spannungsfeld von Beruf und Familie". 

Stand: 03.08.2011 16:24 Uhr
 

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