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Nachwuchs in Deutschland Trend zur Kinderlosigkeit vorerst gestoppt

Stand: 26.07.2017 12:20 Uhr

Der Anteil kinderloser Frauen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren nicht weiter angestiegen. Bei Akademikerinnen geht die Kinderlosigkeit sogar zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass der demografische Wandel gestoppt ist.

Von Julian Heißler, tagesschau.de

Über Jahrzehnte hatte die Kinderlosigkeit in Deutschland immer weiter zugenommen - doch dieser Trend scheint vorerst gestoppt. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts stieg die Kinderlosenquote bei Frauen, die in den späten 1960er- und 1970er-Jahren geboren wurden, nicht mehr weiter an. Sie liegt bei etwa 21 Prozent. Zum Vergleich: Von den Frauen, die im Jahr 1937 geboren wurden, blieben elf Prozent ohne Kinder.

Die Stabilisierung sei nicht nur durch die Zuwanderung der vergangenen Jahre zu erklären, so Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Auch bei den in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Frauen sei die Entwicklung nachweisbar. Als Gründe für die abnehmende Kinderlosigkeit führt das Amt den Ausbau der Kleinkinderbetreuung und den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz an.

Steigende Geburtenraten in Deutschland
tagesthemen 22:15 Uhr, 26.07.2017, Kristin Joachim, RBB

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Regionale Unterschiede

Besonders niedrig ist die Kinderlosenquote in den ostdeutschen Flächenländern. Dort liegt sie für Frauen im Alter zwischen 45 und 49 Jahren zwischen elf und 13 Prozent. In den westdeutschen Flächenländern pendelt sie hingegen zwischen 19 und 24 Prozent. Besonders hoch ist sie in den Stadtstaaten. Spitzenreiter ist Hamburg mit einer Kinderlosenquote von 31 Prozent.

Als Gründe für diese regionalen Differenzen führt Pötzsch tradierte Unterschiede aus der Zeit der deutschen Teilung an. Durch die schlechtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der alten Bundesrepublik mussten sich Frauen entscheiden, ob sie Kinder großziehen oder Karriere machen wollten. Im Osten sei dies weniger der Fall gewesen. Es zeichne sich jedoch ab, dass diese Unterschiede langsam abnehmen.

Kinder spielen im Sommer 2016 in einer Kita in Wittenförden bei Schwerin. | Bildquelle: dpa
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Bessere Betruung soll ein Grund für die abnehmende Kinderlosigkeit sein.

Weniger kinderlose Akademikerinnen

In den Stadtstaaten wiederum lebten vor allem jüngere Frauen, die sich noch in der Ausbildung befänden. "Nach der Familiengründung ziehen sie dann oft ins Umland", so Pötzsch.

Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts geht zudem hervor, dass die Kinderlosigkeit unter Akademikerinnen sogar sinkt. Demnach waren 2016 rund 25 Prozent der 40- bis 44-jährigen Frauen mit einem Universitätsabschluss ohne Nachwuchs. Vier Jahre zuvor lag diese Zahl noch um drei Prozentpunkte höher.

Mütter arbeiten oft Teilzeit

Auch kehren Akademikerinnen mit Kindern deutlich schneller in ihren Beruf zurück als noch vor wenigen Jahren. So arbeiteten 2016 rund 58 Prozent der Akademikerinnen mit einem Kind im Alter von einem Jahr. 2008 lag diese Zahl noch bei 54 Prozent. Allerdings: Nur 19 Prozent dieser Frauen arbeiteten Vollzeit.

Damit gilt auch für Akademikerinnen ein Trend, der berufstätige Mütter insgesamt in Deutschland betrifft. Insgesamt gehen 74 Prozent der deutschen Mütter einer Erwerbstätigkeit nach. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Allerdings arbeiten nur 24 Prozent aller Mütter hierzulande Vollzeit.

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Der demografische Wandel wird durch die Entwicklung nicht aufgehalten.

Kein Grund zur Entwarnung

Nicht nur der Anstieg der Kinderlosigkeit wurde gestoppt. Auch die Zahl der Kinder pro Frau stieg leicht an. Sie liegt heute bei 1,5 - und damit auf einem Niveau, das zuletzt 1982 erreicht wurde.

Der demografische Wandel ist durch diese Entwicklung jedoch nicht gestoppt. Auch ist längst nicht klar, ob die derzeit stabile Lage bei der Kinderlosigkeit langfristig erhalten bleibt. So nahm die Kinderlosenquote bei den in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Frauen Nicht-Akademikerinnen zuletzt sogar zu und wurde lediglich durch die niedrigere Kinderlosigkeit bei Zuwanderinnen ausgeglichen. Ob dieser Trend jedoch so anhält, ist derzeit nicht absehbar.

Eher weniger Kinder

Hinzu kommt, dass längst nicht abzusehen ist, wie sich die Kinderlosigkeit bei Frauen entwickeln wird, die in den 1980er- und 1990er-Jahren geboren wurden. Insgesamt zeichnet sich jedoch ab, dass in absoluten Zahlen künftig eher weniger Kinder in Deutschland geboren werden.

Schließlich wurden etwa in den 1990er-Jahren deutlich weniger Kinder geboren als zu Baby-Boom-Zeiten. Damit gibt es auch weniger Frauen, die potenziell Kinder bekommen könnten. Die Geburtenrate werde deshalb künftig eher sinken, vermutet man im Statistischen Bundesamt.

Mikrozensus 2016: Kinder wieder willkommen
B. Nutz, ARD Berlin
26.07.2017 13:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juli 2017 um 11:00 Uhr.

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Julian Heißler, tagesschau.de

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