Personalmangel in Kfz-Steuerverwaltung wird teuer

Stau auf der A3 in Bayern (Bildquelle: dpa)

Probleme bei Kfz-Steuerverwaltung

Mit Vollgas auf Personalsuche

Mitarbeiter in der Kfz-Steuerverwaltung dringend gesucht: Rund 1000 Planstellen sind noch unbesetzt. Und jetzt drängt die Zeit: Im Juli 2014 übernimmt der Bund die Zuständigkeit. Der Personalmangel könnte teuer werden.

Von Laura Will, RBB

Bisher haben die einzelnen Bundesländer die ganze Arbeit mit dem Einzug der Kfz-Steuer übernommen. Ab Juli nächsten Jahres soll das der Bund selbst machen - und genau das ist das Problem. Denn es fehlen die Mitarbeiter."

"Wir haben einen Bedarf von 1770 Stellen für nächstes Jahr. Im Augenblick haben wir rund 600 Kolleginnen und Kollegen, die sich damit beschäftigen und die dafür ausgebildet werden", berichtet der Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums, Werner Gatzer. Das heißt: Es fehlen noch mehr als 1000 Mitarbeiter.

Lücke hier, Lücke da

Stau auf der A3 in Bayern (Bildquelle: dpa)
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Die Kfz-Steuer treibt ab Juli 2014 der Bund ein. Das Personal fehlt aber noch

Die fehlenden Mitarbeiter sollten eigentlich aus dem Verteidigungsministerium abgezogen werden - und zwar genau aus den Bereichen, die nach der Abschaffung der Wehrpflicht überflüssig sind, zum Beispiel aus der Wehrverwaltung. Doch die kommen nicht nach. Staatssekretär Gatzer erklärt sich das so: "Die Neustruktur bei der Bundeswehr dauert etwas länger als wir noch vor einiger Zeit gedacht haben. Die Kolleginnen und Kollegen bei der Bundeswehr werden dort noch benötigt. Und wenn wir sie jetzt für die Kfz-Steuerverwaltung abziehen, würden wir dort Lücken aufreißen."

Kfz-Steuer: Bund fehlt Personal
L. Will, ARD Berlin
29.04.2013 15:22 Uhr

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Keineswegs liege es daran, dass die Bundeswehrmitarbeiter keine Lust auf den Job haben, betont Gatzer. "Wir haben fast 3000 Bewerbungen bekommen. Nur sind das Bewerbungen, die auf die Zukunft gerichtet sind." Sie seien bereit, zur Zollverwaltung zu gehen, sobald ihre Standorte 2015 oder später aufgelöst werden. "Sie stehen also erst am diesem Zeitpunkt zur Verfügung."

Computer statt Personal?

Doch die Zeit drängt, und Mitarbeiter müssen her. Bis zu neun Monate müssen sie noch geschult werden. Das Finanzministerium will das fehlende Personal von Vivento bekommen, so heißt die ehemalige Personal-Service-Agentur der Deutschen Telekom, in der ehemalige Mitarbeiter der Bundespost untergekommen sind. Doch diese Mitarbeiter muss der Bund bezahlen, und das kostet rund 40 Millionen Euro. "Das ist die Zahl, die wir dem Haushaltsausschuss genannt haben für die zwei Jahre Übergangszeit, in der wir jetzt daran denken, uns mit Vivento-Personal zu helfen", sagt Gatzer.

FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle sieht die ganze Diskussion gelassen: "Da wird schnell etwas in die Landschaft gesetzt. Das können wir natürlich von außen jetzt nicht abzählen, ob da genügend Leute im Finanzamt sitzen oder ob man vielleicht auch Computer stärker einsetzen kann. Ich kann mir da so manches vorstellen in einer modernen, effizienten Verwaltung. Der Ruf nach mehr Personal wird dann leicht schnell erhoben. Er muss aber auch begründet werden."

Stand: 29.04.2013 17:49 Uhr

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