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US-Außenminister Kerry in Berlin

Hello, ich bin der Neue

John Kerry war nicht knauserig: Mit Komplimenten sparte der US-Außenminister bei seinem Antrittsbesuch in Berlin wirklich nicht. Politisch blieb er allerdings vage - ob zu Iran oder Syrien: Kerry bezog nicht Position. Einzig zum Thema Freihandelszone gab es klare Worte.

Von Jens Borchers, HR, ARD-Hauptstadtstudio

Kerry in Berlin
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Kerry ganz lässig: Der US-Außenminister bei Jugendlichen in Berlin

Am Vormittag ging es los für den US-Außenminister: Treffen mit jungen Leuten in einem Café in Berlin-Mitte. Der Außenminister als Pop-Star - Kerry absolviert das lässig. Und bleibt dabei politisch. Auf die Frage, ob die USA sich von Europa weg nach Asien wenden, sagt er. "Wir achten auf Asien, genau wie ihr. Und  das solltet ihr auch. Aber wir tun das nicht auf Kosten Europas."

Im Gegenteil, so Kerry weiter: Die transatlantische Freihandelszone, die zwischen USA und Europa verhandelt soll, sei der klare Beweis dafür. Denn dabei gehe es ja auch darum, sich gemeinsam gegen unangenehme Wirtschaftspraktiken aus Asien zu wappnen. "Die Freihandelszone wird uns dabei helfen, die Verhaltensstandards zu heben. Weil wir dann eine stärkere Wirtschaftszone sind. Wenn dann andere zu dieser Zone Zugang haben wollen, werden sie ihre Regeln und Standards anheben müssen."

Europäisch-amerikanische Weltmarktpolitik soll das wohl werden. Kerry sagt das vor den Jugendlichen sehr klar und fährt dann weiter ins Auswärtige Amt, wo er von Guido Westerwelle begrüßt wird.

Neuer US-Außenminister Kerry zu Antrittsbesuch in Berlin
J. Borchers, ARD Berlin
26.02.2013 16:25 Uhr

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Kerry in Berlin
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US-Außenminister Kerry am Brandenburger Tor

Kerry erzählt auch hier gerne noch einmal von seinen persönlichen Berlin-Erfahrungen, politisch aber bleibt er sehr vage. Westerwelle spricht die transatlantische Freihandelszone an, drängelt sogar ein bisschen: "Aus deutscher Sicht wäre es wünschenswert, wenn wir die Vorbereitungen so erfolgreich voran bringen könnten, dass dann im Sommer zwischen Europa und den USA Verhandlungen beginnen könnten."

Er würde gerne mehr darüber erfahren, wie Westerwelle diese Beschleunigung hin bekommen wolle, antwortet Kerry.

In der Pressekonferenz kommen weitere Themen zur Sprache: Der Atomstreit mit dem Iran: Da wolle er den neuen internationalen Gesprächen von heute nicht vorgreifen, sagt Kerry. Die Lage in Syrien: Da wolle er dem Treffen der Syrien-Kontaktgruppe am Donnerstag in Rom nicht vorgreifen, antwortet der US-Chefdiplomat. Westerwelle hebt noch einmal die Bedeutung der Konferenz in Rom heraus, die syrische Opposition wird auch teilnehmen. Kerry hält sich weiter bedeckt. Nach der kurzen Pressekonferenz eilte er weiter.

US-Außenminister Kerry trifft Kanzlerin Merkel
tagesschau 20:00 Uhr, 26.02.2013, Markus Spieker, ARD Washington

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Zuvor hatte Kerry die Bundeskanzlerin getroffen. Vor der Presse tauschten Kerry und Merkel Freundlichkeiten aus. Der Amerikaner behandelte Merkel auffallend respektvoll und höflich. Ausdrücklich lobte er die deutsch-amerikanischen Beziehungen: "Präsident Obama und das amerikanische Volk möchten sich bedanken. Für eine unserer zweifellos stärksten und dynamischsten Allianzen in der Welt."

Fototermin mit Händeschütteln

Die nüchterne Realpolitikerin Merkel hörte aufmerksam zu, ihr neutraler Gesichtsausdruck veränderte sich allerdings nicht. Charme ist das eine, Politik etwas Anderes - das scheint sie auszudrücken. Aufgeräumt führte sie dann den Gast am Arm weg - zum obligatorischen Foto mit Händeschütteln.

Anschließend zieht sie sich mit Kerry zurück. Merkel will sich wohl einen Eindruck verschaffen, wie belastbar die Freundlichkeit von Kerry bei Themen wie Afghanistan, Iran, Syrien, Nahost oder Euro-Krise ist. Nach dem Treffen mit der Kanzlerin gab´s dann keine Pressekonferenz mehr. Sondern ein Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, der dafür extra nach Berlin angereist ist. Russen und Amerikaner haben viel zu besprechen - das Top-Thema allerdings dürfte Syrien sein.

Stand: 26.02.2013 17:28 Uhr

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