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Antrittsbesuch des US-Außenministers in Berlin

Kerry hat schwierige Themen im Gepäck

Große Themen bestimmen die Agenda von US-Außenminister Kerry bei seinem Antrittsbesuch in Berlin - der Stadt, die zeitweise auch seine Heimat war. Zum einen gilt es, die Sorgen einiger Europäer vor der geplanten Freihandelszone zu zerstreuen. Auch Syrien wird zur Sprache kommen.

Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington

Kerry in Berlin
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US-Außenminister Kerry am Brandenburger Tor

"Ich bin ein Berliner" behauptet John F. Kerry zwar nicht von sich. Aber an das Berlin vor dem Bau der Mauer hat Amerikas neuer Außenminister noch sehr konkrete Jugenderinnerungen. Denn in den 1950er-Jahren arbeitete Kerrys Vater als Rechtsberater am US-Hochkommissariat in der besetzten Stadt.

Heimlich habe er sich als Zwölfjähriger in den Ostteil Berlins geschlichen, erinnert sich John Kerry. "Eines Tages besuchte ich den Ostteil Berlins. Also den Teil, der keine Hilfe von den USA und ihrem mutigen Marshall-Plan bekam." Nur wenige Menschen seien damals auf den Ostberliner Straßen gewesen, erzählte Kerry kurz vor seinem Start nach Europa den Studenten der Universität von Virginia. Und diese wenigen Menschen hätten auf ihn nicht gerade einen fröhlichen Eindruck gemacht: "Ich sah den Unterschied zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Freiheit und Unterdrückung."

Für den Ausflug in den Osten Berlins, von dem seine Eltern nichts wussten, sei er vor 57 Jahren mit Hausarrest bestraft worden. Aber niemals habe er die Eindrücke aus dem Ostteil der Stadt vergessen, sagt Kerry. Ebenso wenig wie seine Jugenderinnerungen an Radtouren durch den Berliner Grunewald, über den Kudamm und durch das Brandenburger Tor. Die Berliner Jahre hätten ihm Spaß gemacht, es war ein Abenteuer, sagt Kerry.

US-Außenminister Kerry in Berlin
R. Sina, WDR Washington
26.02.2013 03:37 Uhr

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Die Themen: Das geplante Freihandelsabkommen ...

Doch für Jugenderinnerungen bleiben dem 69-Jährigen bei den Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle wenig Zeit. Kerry wolle die Bundesregierung dafür gewinnen, bei den Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA in Brüssel Druck zu machen, sagt Annette Heuser von der Bertelsmann-Stiftung in Washington. Erst nach langem Zögern und in letzter Minute entschloss sich US-Präsident Barack Obama, einige Sätze zum Thema Freihandel mit Europa in das Manuskript seiner Rede an die Nation aufzunehmen.

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Die Europa-Kenner unter den Obama-Beratern befürchten, dass den USA endlose Diskussionen mit Brüssel über den Import von genmanipulierten Lebensmitteln und mit Chlor desinfizierten Hähnchen bevorstehen. Deshalb wird Kerry bei seinen Gesprächen in Berlin, Paris und Rom vor allem eines deutlich machen: "Dieses Freihandelsabkommen ist mehr als ein Wirtschaftsabkommen." So laute Kerrys Kernbotschaft in Berlin, meint Heuser, die über gute Kontakte zur Obama-Administration verfügt. Denn die USA befürchten, dass das Militärbündnis NATO zunehmend an Bindekraft für die Beziehungen zwischen den USA und Europa verliert.

... und Syrien

US-Präsident Obama bei seiner Rede zur Nation
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Kündigt bei seiner Rede zur Lage der Nation ein Freihandelsabkommen mit Europa an: US-Präsident Obama

Die Obama-Regierung sucht nach einem neuen Motor für das transatlantische Verhältnis. Deshalb will Kerry den Handel zu einem Kernelement seiner Außenpolitik machen - ohne das internationale Krisenmanagement zu vernachlässigen. Zum Beispiel mit Blick auf Syrien. "Erzählen sie uns doch mal etwas über das Treffen zwischen Kerry und dem russischen Außenminister Lawrow in Berlin", forderten Journalisten in Washington Kerrys Sprecherin auf. "Bevor dieses Treffen überhaupt stattfindet?", fragte irritiert die Sprecherin des State Department. "Ja. Und was dabei herauskommen wird, verraten sie uns am besten gleich mit", scherzten die Journalisten. Eine exzellente Idee, konterte Kerrys Sprecherin.

Nach Einschätzung der Amerikaner hat die russische Regierung immer noch einen erheblichen Einfluss auf den syrischen Machthaber Assad. Kerry hofft, dass sein Amtskollege Sergej Lawrow auf Syriens Präsidenten einwirkt, das Massenmorden zu beenden und das Land zu verlassen. Nur wenn Assad ins Asyl geht, gibt es eine Chance, den Bürger-Krieg zu beenden, lautet die Einschätzung der Amerikaner.

US-Außenminister Kerry trifft Westerwelle und Merkel
tagesschau 16:00 Uhr, 26.02.2013, Christian Thiels, ARD Berlin

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Stand: 26.02.2013 15:55 Uhr

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