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[Bildunterschrift: Der Trierer Bischof Ackermann ]
Im Missbrauchsskandal verspricht die katholische Kirche Aufklärung. "Wir werden den Dingen offensiv nachgehen", sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann als neuer Sonderbeauftragter für sexuelle Missbrauchsfälle in Trier. Die Opfer hätten "ein Recht darauf", dass jeder Hinweis geprüft werde. "Wir wollen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Aufklärung beitragen." Der Bischof begrüßte, dass sich jetzt auch "Opfer vergangener Jahrzehnte" meldeten. "Wobei wir von dem Ausmaß und der Wucht, mit der das jetzt auf uns zukommt, überrascht sind." Ackermann war von der Deutschen Bischofskonferenz zum Beauftragen für Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ernannt worden.
Die Berliner Opferanwältin, Ursula Raue, kritisierte die Entscheidung. "Eigentlich braucht man jemanden, der außerhalb des Systems steht." Die Missbrauchsbeauftragten seien in vielen Institutionen Teil der Organisation, Teil der Hierarchien. "Wer eingebunden ist, in dieses System, hat andere Loyalitäten und muss Rücksichten nehmen, ist unter Umständen berichtspflichtig." Das sei nicht gut für die Aufklärung, sagte die Anwältin.
Trotz der Missbrauchsfälle gebe es "keinen Grund, die Kirche, die Priester, die Mitarbeiter in der Pastoral und in der Schulen unter einen Generalverdacht zu stellen", sagte Ackermann. Immer wenn sich ein Missbrauchsverdacht erhärte, würden die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet. Ein bloßer Verdacht reiche aber nicht aus. In den kommenden Wochen will Ackermann zunächst das Gespräch mit Experten und Sachverständigen suchen. Zudem werde die Kirche "Faktenmaterial" zentral sammeln.
Auch die Priesterausbildung solle auf den Prüfstand. Noch stärker als bisher werde geschaut, ob ein Kandidat als Priester geeignet sei. Die Kirche müsse sich auch selbstkritisch die Frage stellen, ob der Beruf des Priesters, "Menschen mit einer Gefährdung an dieser Stelle", besonders anziehe.
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