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22.03.2010

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Kälteste Nacht des Winters
Minustemperaturen bis zu 24,3 Grad

Kälteste Nacht des Winters

Deutschland hat die kälteste Nacht dieses Winters erlebt. In mehreren Orten wurden Temperaturen von rund 20 Grad minus gemessen, zum Beispiel in Coschen in Brandenburg 23,7 Grad minus und in Nordrhein-Westfalen (Lippstadt-Bökenförde minus 20 Grad). Nach offiziellen Messungen des Deutschen Wetterdienstes war es im sächsischen Bad Muskau mit 24,3 Grad unter Null am kältesten.

Insel Rügen im Winter (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Eisschollen türmen sich am Ostseestrand der Insel Rügen. ]
Der Januar 2010 ist rund drei Grad kälter als normal und damit der kälteste seit dem strengen Winter 1996/1997. Tim Staeger von der ARD-Wetterredaktion zählt im Gespräch mit tagesschau.de noch kältere Winter in Deutschland auf: So sei der Januar 1987 sogar fünf Grad zu kalt gewesen. Weitere Extremwinter gab es 1963, 1956 und 1929. In den 1940er-Jahren war sogar die Ostsee komplett zugefroren. Der Deutsche Wetterdienst hält es für extrem unwahrscheinlich, dass das in diesem Winter wieder passiert, auch wenn es weiter kalt bleibt.

"Der Winter wird einen langen Atem haben"

Doch mit diesem Januar wird die Kälte wohl noch nicht vorbei sein, erwartet Meteorologe Staeger. Die aktuelle Wetterlage sei sehr hartnäckig. Denn es handle sich um eine sogenannte blockierte Wetterlage, das heißt, milde Luft vom Atlantik kann nicht nach Europa gelangen, sondern Europa steht weiter unter dem Einfluss von kontinentaler Kaltluft aus Russland. Das werde nach einer kurzen Entspannung im Februar so weiter gehen. "Der Winter wird wohl einen langen Atem haben", so Staeger.

Bilder:

Zugefrorene Oder (Foto: dpa)
Bilderstrecke Rekordtemperaturen Eiszeit in Deutschland [mehr]

Schiffsverkehr in Ostdeutschland lahmgelegt

Der anhaltend strenge Frost hat mittlerweile den Schiffsverkehr im Osten lahmgelegt. Schiffe aus Polen, Tschechien und Deutschland liegen im Eis fest. Die Elbe ist inzwischen auf 150 Kilometern bis Hamburg gesperrt. Die Schifffahrtsämter gehen davon aus, dass bald die gesamte Elbe für den Schiffsverkehr gesperrt wird. Die wichtigsten Wasserstraßen im Westen - Rhein, Saar, Mosel und Main - sind noch befahrbar.

Klimawandel bringt Deutschland extremere Wetterlagen

Staeger ging im tagesschau.de-Gespräch auch auf den Zusammenhang von Wetterlagen und dem Klimawandel ein. Auch wenn dieser Winter extrem kalt sei, müsse sich Deutschland generell eher auf feuchtere und mildere Winter einstellen - und auf mehr Winterhochwasser. Im Sommer werden wegen der schleichenden Erwärmung längere Dürren und intensivere Gewitter erwartet.

Stand: 27.01.2010 15:47 Uhr
 

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