Eine Frau schiebt einen Kinderwagen im verschneiten Großbritannien | Bildquelle: dpa

Kälte in Europa Erst noch mehr Frost - dann Frühling?

Stand: 27.02.2018 21:42 Uhr

Es wird noch kälter: Die Nächte zum Mittwoch und Donnerstag könnten die eisigsten dieses Winters werden. Ein Ende ist aber abzusehen - zum Wochenende steigen die Temperaturen wieder.

Die eisige Kälte hat Europa weiter fest im Griff. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer wurden am Dienstag Rekord-Minustemperaturen gemessen. Auf der Zugspitze fiel die Temperatur in der Nacht auf minus 30,5 Grad Celsius und damit auf den niedrigsten jemals Ende Februar gemessenen Wert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Auch in der Nacht zum Mittwoch fiel die Temperatur dort auf minus 24 Grad Celsius. In Deutschland war die Nacht zum Dienstag die insgesamt kälteste des Winters. Im Süden Bayerns oder im Norden Hessens wurden Temperaturen von minus 17 Grad gemessen.

Für die Nacht zum Mittwoch ist erneut bittere Kälte vorhergesagt. Demnach sind in windgeschützten Tälern der Alpen und Mittelgebirge wieder Temperaturen von weniger als minus 20 Grad möglich. Die Nächte auf Mittwoch und auf Donnerstag könnten die frostigsten des Winters werden. Auch tagsüber herrscht bundesweit Dauerfrost bei am Mittwoch zwischen minus neun und minus einem Grad und am Donnerstag zwischen minus sieben und null Grad.

Eien Frau im Eis am Genfer See | Bildquelle: dpa
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Eine Frau geht auf einem Pier am Genfer See entlang. Starke Winde haben Wellen an die Ufer getrieben, die dann gefroren sind.

Ab Sonntag sind sogar zweistellige Plusgrade möglich

Zum Wochenende erwarten die Meteorologen aber in Deutschland wieder mildere Temperaturen - pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang an diesem Donnerstag. Dank Hoch "Ulrike" wird es dann entlang des Rheins langsam milder. Am Sonntag sind demnach am Oberrhein sogar zweistellige Plusgrade möglich, und auch das übrige Deutschland ist den Dauerfrost los. Die Wetterumstellung bringt allerdings Niederschläge mit sich. Vom Südwesten breiten sich am Freitag Schnee und vermutlich auch Regen in Richtung Osten aus, Glatteis kann die Folge sein.

Heftiger Schneefall in Großbritannien

Seit Freitag wurden in Europa mindestens 24 Kältetote gezählt. Das Rote Kreuz entsandte Helfer und forderte die Menschen auf, auf Nachbarn und Verwandte zu achten. Rettungsteams der Organisation stellten Tausenden Menschen Unterkünfte und medizinische Betreuung zur Verfügung. In Kroatien befreiten Freiwillige Menschen, die in ihren Häusern vom Schnee eingeschlossen worden waren. Andere liefen in italienischen oder spanischen Städten mit heißen Getränken und Essen umher, um Obdachlose damit zu versorgen. Mehrere Städte, darunter Berlin und Rom, stellten zusätzliche Betten in Notunterkünften bereit. Einige belgische Städte wiesen die Polizei an, Obdachlose, die sich weigern, in eine Unterkunft zu gehen, in Gewahrsam zu nehmen.

Großbritannien, das eigentlich recht milde Winter kennt, erlebte heftigen Schneefall. Dadurch kam es zu Störungen im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. Hunderte Schulen wurden geschlossen. Die Fluglinie British Airways strich eine Reihe von Kurzflügen, versuchte aber, die Langstrecken vom und zum Flughafen London Heathrow weiter zu bedienen. Für Mittwoch wird mit heftigem Schneefall im Nordosten Englands und in Schottland gerechnet.

Die polnische Polizei teilte mit, dass mittlerweile in dem Land in diesem Winter 58 Menschen an Unterkühlung gestorben seien. Besonders im Osten Polens war es bitterkalt. Manche Städte entschlossen sich deshalb dazu, Heizgeräte in den Straßen aufzustellen, damit sich Obdachlose aufwärmen konnten.

Ein Mann schippt Schnee in der Nähe von Florenz | Bildquelle: MAURIZIO DEGL'INNOCENTI/EPA-EFE/
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Ungewohnter Bilder aus Italien: Ein Mann in der Nähe von Florenz befreit sein Haus von den Schneemassen.

Busverkehr in Neapel eingestellt

Die rumänischen Behörden schlossen nach starkem Schneefall Dutzende Straßen im Süden und Osten des Landes. Die Bürgermeisterin der Hauptstadt Bukarest, Gabriela Firea, sagte, die örtlichen Schulen würden bis Ende dieser Woche nicht mehr öffnen. Unter den Toten in dem Land war ein 65-Jähriger, der erfroren vor seinem Haus im Norden des Landes gefunden wurde.

Auch am Mittelmeer blieb es ungewöhnlich winterlich. Die Bucht von Ajaccio auf Korsika war zugeschneit, und auch die italienische Insel Capri lag unter einer Schneeschicht. Rom hatte bereits am Montag unter einer Schneedecke gelegen, dort wurde es am Dienstag wieder wärmer. In Italien blieben viele Schulen wegen des Wintereinbruchs geschlossen. Der Flughafen im süditalienischen Neapel wurde am Dienstagmorgen wegen Schneefalls geschlossen, wegen Glatteis wurde zudem der Busverkehr in der Stadt eingestellt.

Über dieses Thema berichteten am 27. Februar 2018 tagesschau24 um 10:00 Uhr und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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