Energiewende in Deutschland Regierung macht Tempo bei Stromautobahnen

Stand: 19.12.2012 10:56 Uhr

Die Bundesregierung will den Bau von 2800 Kilometern Hochspannungsleitungen beschleunigen - per Gesetz. Damit soll die Energiewende vorangebracht werden. Die Planungen sollen beim Bund gebündelt und die Klagemöglichkeiten eingeschränkt werden, um die Bauzeit für sogenannte Stromautobahnen zu verkürzen. Ziel ist es, diese in vier statt in derzeit rund zehn Jahren zu realisieren.

Strommast vor Windrad | Bildquelle: dpa
galerie

Der Strom soll von den Küsten in den Süden transportiert werden.

Das Kabinett beschloss den Bundesbedarfsplan, der vor allem drei Nord-Süd-Trassen vorsieht, die Windstrom von der Küste und von hoher See in die Industriegebiete des Südens und Westens transportieren soll. Insgesamt ist mit Kosten von rund zehn Milliarden Euro zu rechnen. Neben dem Neubau sollen etwa genauso viele Leitungen ausgebaut werden.

Im Vorfeld des Bedarfsplans war der Neubauplan bereits um rund 1000 Kilometer gekürzt worden, die noch die Netzbetreiber für nötig gehalten hatten. Gestrichen wurde so eine Verbindung aus dem Raum Osnabrück/Bielefeld in den Großraum Frankfurt. Geplant ist nun noch eine Trasse ganz im Westen von der Nordseeküste über das Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet, eine aus dem Raum Hamburg bis östlich von Stuttgart sowie eine von Thüringen nach Bayern.

Zwei der drei großen Nord-Süd-Leitungen sollen möglicherweise unter der Erde verkabelt werden, um den Bau in dicht besiedelten Gebieten zu beschleunigen. Erdverkabelung ist für Hochspannungsleitungen technisch schwierig und gilt als mindestens fünfmal so teuer.

Rösler: "Wichtiger Schritt"

Wirtschaftsminister Philipp Rösler nannte den Kabinettsbeschluss einen wichtigen Schritt, um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu erreichen. "Es zeigt, beim Netzausbau sind wir absolut im Zeitplan", sagte der FDP-Vorsitzende. "Ein riesiger Schritt im Bereich Netzausbau, ein riesiger Schritt für die Energiewende."

Dämmung wird gefördert

Die Regierung will zudem Hausbesitzern Zuschüsse von bis zu 5000 Euro zahlen, damit diese ihre Gebäude besser dämmen. Das Bundeskabinett beschloss daher, die Bundesmittel ab 2013 um 300 Millionen Euro aufzustocken - auf dann insgesamt 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Damit soll nach dem Scheitern von Bund-Länder-Gesprächen über einen Steuerbonus für solche Sanierungen erreicht werden, dass Maßnahmen zur Minderung des Energieverbrauchs in Gebäuden besser vorankommen.

Das auf acht Jahre angelegte Programm soll ebenfalls über die bundeseigene KfW-Bank laufen, die im Rahmen der CO2-Gebäudesanierung bereits zinsgünstige Darlehen anbietet.

Darstellung: