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14.03.2010

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Inland
Boxcamp
NRW plant erstes Erziehungscamp
Diskussion über härteres Jugendstrafrecht

NRW plant erstes Erziehungscamp

Lothar Kannenberg (l), Leiter des "Boxkamps", trainiert mit einem Jugendlichen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Vorbildfunktion: das "Boxcamp", das von Lothar Kannenberg (l.) geleitet wird. ]
In Nordrhein-Westfalen soll im März ein erstes Erziehungscamp für jugendliche Straftäter eingerichtet werden. Das sagte Familienminister Armin Laschet der "Rheinischen Post". "Wenn ein jugendlicher Intensivtäter durch harte Gewaltdelikte auffällig geworden ist, muss er zunächst einmal aus dem Verkehr gezogen werden", erklärte der CDU-Politiker.

Das Heim im niederrheinischen Neukirchen-Vluyn werde 20 bis 25 jugendliche "Intensivtäter" im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aufnehmen. Es werde das erste geschlossene Heim in Nordrhein-Westfalen sein, erklärte Laschet. In dem Camp liege der Schwerpunkt auf Erziehung, Bildung und Ausbildung.

Lob für das "Boxkamp"

Der Minister betonte, er lehne ein Erziehungslager nach US-Vorbild, die Boot-Camps, entschieden ab, weil dort junge Menschen gedemütigt würden. Anerkennung verdiene hingegen das hessische Projekt Kranenhof ("Boxkamp"). Dort stehe der Aspekt Jugendhilfe im Mittelpunkt. Die Jugendlichen fühlten sich nicht wie im Gefängnis, sondern sähen, dass sie eine Chance haben. Genau dies sei auch sein Ziel und entspreche dem, was die nordrhein-westfälische CDU bereits im Mai vorigen Jahres im Zusammenhang mit Erziehungscamps beschlossen habe, sagte Laschet.

Merkel für "Warnschuss-Arrest" und Erziehungscamp

Angela Merkel (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Kanzlerin Angela Merkel ]
Kanzlerin Merkel forderte die SPD bei einer Wahlkampfveranstaltung der hessischen CDU in Wiesbaden zu einer raschen Einigung auf eine Verschärfung des Jugendstrafrechts auf. Bei jungen Gewalttätern müsse man über Erziehungscamps, "Warnschuss-Arrest" oder zeitweiliges Fahrverbot reden, damit "17-, 18- und 19-Jährige vom kriminellen Weg abgehalten werden". Diese Diskussion müsse "die Gesellschaft ohne alle Vorbehalte führen".

"Es kann doch nicht sein, dass eine Minderheit von Menschen in unserem Land einer Mehrheit von Menschen Angst macht", betonte die Parteichefin mit Blick auf den Überfall zweier ausländischer Jugendlicher auf einen Rentner in München vor Weihnachten.

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Rückendeckung für Koch

Merkel gab dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) Rückendeckung, der das Thema Jugendstrafrecht nach dem Münchener Vorfall in die bundesweite Diskussion gebracht hatte. Koch sagte bei der Veranstaltung in Wiesbaden, der Staat müsse jugendlichen Straftätern klar signalisieren, dass er sie aus dem Verkehr ziehe. Erneut forderte er eine schnellere Abschiebung straffälliger Ausländer: "Es gibt einen Punkt für ausländische Mitbürger, wo wir sagen: Die müssen nicht alle hierbleiben."

Auch die CDU-Ministerpräsident Christian Wulff (Niedersachsen) und Dieter Althaus (Thüringen) stützten ihren Kollegen aus Hessen: Die SPD werde umdenken und "ihre Naivität" ablegen müssen. Bei harten Straftaten dürfe "null Toleranz" gewährt werden, sagte Wulff am Rande der CDU-Vorstandsklausur in Wiesbaden. Althaus unterstrich, es gehe darum, "Sicherheit und Freiheit im öffentlichen Raum" zu gewährleisten.

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Unionspolitiker fordern nach dem brutalen Überfall von München härtere Strafen gegen kriminelle Jugendliche. Richter, Anwälte und Experten bezeichnen diese politische Debatte als populistisch, überflüssig und unglaubwürdig. Was meinen Sie?

Stand: 05.01.2008 01:47 Uhr
 

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