Angela Merkel spricht in Mikrofone | Bildquelle: dpa

Jamaika-Sondierungen Große Unterschiede, harte Arbeit - starker Wille?

Stand: 16.11.2017 11:29 Uhr

CDU-Chefin Merkel will den Erfolg der Sondierungen. Das hat sie vor der letzten Verhandlungsrunde noch einmal klargemacht - und an alle Seiten appelliert, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Die komplizierte Aufgabe könne gelingen - mit starkem Willen und Einfühlungsvermögen.

CDU-Chefin Angela Merkel sieht vor dem Finale der Jamaika-Sondierungen noch "gravierende Unterschiede" zwischen den Parteien, hält eine Einigung aber für möglich. "Ich glaube, es kann gelingen", sagte sie vor entscheidenden Gesprächen von CDU, CSU, FDP und Grünen, um eine Grundlage für Koaltionsverhandlungen zu schaffen.

"Wille und harte Arbeit nötig"

In den kommenden Stunden seien der nötige Wille und harte Arbeit gefragt. "Ich hoffe, dass der Wille da ist, dass etwas gelingt. Die Verantwortung dafür haben wir. Und ich werde versichern, meinen Beitrag dazu zu leisten", betonte Merkel. Die Jamaika-Parteien sollten vor Augen haben, dass bei einem gemeinsamen Erfolg "daraus etwas sehr Wichtiges für unser Land in einer Zeit großer Polarisierung entstehen kann".

Merkel zeigte Verständnis dafür, dass bei den möglichen Jamaika-Partnern "jeder und jede" dafür kämpfe, dass von dem, was die Identität einer Partei darstelle, möglichst viel auch in einem denkbaren Regierungsprogramm sichtbar werde. "Ich finde es gut, weil das auch so eine Phase der Selbstvergewisserung ist, was ist wichtig und was ist vielleicht nicht so wichtig", sagte die Kanzlerin.

Noch immer große Differenzen

Zuletzt hatten sich die vier Parteien in wichtigen Themenfeldern wie Klima, Verkehr und Migration festgebissen. Merkel räumte ein, dass es "sehr, sehr unterschiedliche Positionen" gebe.

Sie forderte alle Beteiligten auf, jetzt die entscheidenden Kompromisse zu machen: "Heute ist der Tag, an dem wir uns auch in die Situation des jeweils anderen hineinversetzen und fragen müssen, was ist für den wichtig." Wenn das gelinge, könne am Ende der heutigen Verhandlungen ein positives Ergebnis stehen.

Reden bis in die Nacht

Nach Ansicht von Merkel werden die Gespräche "open end" geführt, also voraussichtlich bis tief in die Nacht. CSU-Politiker Joachim Herrmann rechnet damit, dass die Verhandlungen "so oder so" bis morgen zu Ende geführt würden: Als Ergebnis müsse schließlich lediglich stehen, ob die Parteien in Koalitionsverhandlungen gehen, sagte er im ARD Morgenmagazin. "Wenn man das nach vier Wochen nicht zu einem klaren Ergebnis bringen kann, würde sich die Frage stellen, ob das dann überhaupt reichen würde für eine gemeinsame Regierungsbasis der nächsten vier Jahre."

Letzte Runde im Sondierungspoker
tagesschau 16:00 Uhr, 16.11.2017, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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Schwierige Suche nach Kompromissen

Zuletzt hatten sich vor allem CSU und Grüne gegenseitig vorgeworfen, nicht genügend kompromissbereit zu sein. So beklagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter im ARD Morgenmagazin, selbst um die deutschen Klimaziele - beschlossen von Schwarz-Gelb und Großer Koalition - müssten die Grünen in den Verhandlungen "hart ringen". "Wir sind da durchaus kompromissbereit, was die Methoden angeht, aber nicht die Ziele."

Aufgrund der Differenzen hatte FDP-Vize Wolfgang Kubicki sich skeptisch wie selten gezeigt: "Ich würde sagen, es zieht gerade ein Hurrikan auf über Jamaika."

Über dieses Thema berichtete am 16. November 2017 das Morgenmagazin um 05:38, um 08:08 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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