Polizei und Feuerwehr am Anschlagsort in Istanbul | Bildquelle: dpa

De Maizière in Istanbul Kein Hinweis auf gezielten Angriff auf Deutsche

Stand: 13.01.2016 12:26 Uhr

Die Bundesregierung hat keinen Hinweis darauf, dass der Anschlag in Istanbul gezielt gegen Deutsche gerichtet war. Das erklärte Innenminister de Maizière. Nach dem Anschlag, bei zehn Deutsche getötet wurden, wurde ein Verdächtiger festgenommen.

Der Attentäter von Istanbul hat sich nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière nicht gezielt deutsche Touristen als Opfer ausgesucht. "Es liegen keine Anzeichen vor, dass der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet war", sagte de Maizière in Istanbul nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Efkan Ala. "Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen", sagte de Maizière. Allerdings müssten die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachtet werden.

Bei dem Anschlag vor der berühmten Blauen Moschee am Dienstag waren nach türkischen Angaben insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen, darunter zehn Deutsche. Sieben weitere Deutsche wurden verletzt. Die Deutschen gehörten zu einer Reisegruppe, die eine Drei-Länder-Tour eines Berliner Unternehmens "Lebenslust" gebucht hatte.

Mindestens acht Deutsche bei Anschlag in Istanbul getötet
tagesschau 12:00 Uhr, 13.01.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Verdächtiger festgenommen

Ein Verdächtiger wurde am Dienstagabend festgenommen, teilte Ala weiter mit. Die Türkei macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" für den Anschlag verantwortlich. Der Attentäter war nach türkischen Angaben ein 28-jähriger Syrer. Die arabische Tageszeitung "Al-Hayat" berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des saudischen Innenministeriums, dass er aus Saudi-Arabien stammte.

Noch nicht von türkischer Seite bestätigt ist die Festnahme von drei russischen Staatsbürgern in Antalaya mit angeblichen Verbindungen zur Extremistenmiliz IS. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete, bestätigte das russische Konsulat die Festnahmen. Demnach stellte die Polizei in deren Unterkunft auch zahlreiche Dokumente und CDs sicher, meldete die Dogan News Agency. Ob die Festnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Anschlag von Istanbul stehen, ist noch unklar.

Festnahme eines Verdächtigen
T. Bormann, ARD Istanbul
13.01.2016 13:12 Uhr

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Medien: Warnung des türkischen Geheimdienstes

Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete, hatte der türkische Geheimdienst MIT vor Terrorangriffen unter anderem auf Touristen im Land gewarnt. Die Hinweise vom 17. Dezember und 4. Januar seien an Sicherheitsbehörden im ganzen Land gegangen. In den Warnungen habe es geheißen, IS-Attentäter seien ins Land eingedrungen und planten Selbstmordanschläge "auf in der Türkei lebende Nichtmuslime, Ausländer, Tourismusregionen, von ausländischen Besuchern stark frequentierte Orte oder auf Botschaften und Konsulate der entsprechenden Länder und auf NATO-Einrichtungen im Land".

Michael Schramm, ARD Istanbul, mit aktuellen Informationen zum Anschlag
ARD-Mittagsmagazin, 13.01.2016

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Kostenlose Stornierungen für Touristen

Mehrere deutsche Reiseunternehmen räumten Kunden die Möglichkeit ein, ihre Türkei-Reisen kostelos zu stornieren. Jedes Jahr reisen etwa vier Millionen deutsche Touristen in die Türkei. "Das Jahr 2016 können wir wohl vergessen", zitierten örtliche Medien einen Fremdenverkehrsunternehmer. Das Auswärtige Amt passte seine Reisehinweise für die Türkei umgehend an und empfahl Touristen, große Menschenansammlungen zu meiden.

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