Krieg in Syrien "Hier muss ernsthaft mit Russland gesprochen werden"

Stand: 09.02.2016 00:57 Uhr

Alle Konfliktparteien in Syrien müssten glauben, "dass sie ihre Ziele auf dem Schlachtfeld nicht mehr erreichen". Erst dann würden sie ein Friedensabkommen unterzeichnen, sagt der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, in den tagesthemen. Doch Russland stärke Assad.

Mit der Flüchtlingskrise im Allgemeinen und der Flucht Tausender Syrer im Besonderen wird sich in jedem Fall die Münchner Sicherheitskonferenz beschäftigen, die am Freitag beginnt. Der Vorsitzende der Konferenz, Wolfgang Ischinger, sagte in den tagesthemen, dass es eines "Meisterstücks" bedarf, um einen Friedensprozess für Syrien zu starten.

Dieses Meisterstück erfordere in Syrien nicht nur diplomatische, sondern womöglich auch militärische Aktivitäten. Denn es gehe darum, "eine Lage herbeizuführen, in der alle Parteien dieses Konflikts - von der Regierungsfraktion des Diktators Assad bis zur letzten Rebellengruppe - mit Sicherheit glauben, dass sie ihre Ziele auf dem Schlachtfeld nicht mehr erreichen bzw. ihre Position auf dem Schlachtfeld nicht mehr verbessern können." Nur dann bestehe eine Chance, dass sie ihre Unterschrift unter einem Waffenstillstandsabkommen oder unter einem Friedensvertrag leisten.

Wolfgang Ischinger im Gespräch mit Caren Miosga
tagesthemen 23:30 Uhr, 08.02.2016

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"Von dieser erstrebenswerten Lage sind wir leider im Augenblick relativ weit entfernt." Denn das Assad-Regime erziele "fast jeden Tag neue Geländegewinne". Deshalb "muss ernsthaft mit Russland geredet werden". Während die USA den Rebellen derzeit Unterstützung verweigerten, um sie zu Friedensverhandlungen "nach Genf zu treiben, kann nicht umgekehrt Russland intensivere Luftangriffe fliegen, um Assad zu stärken". Das treibe die Rebellen "zwangsläufig in eine Verweigerung von Gesprächen".

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