tagesthemen-Interview mit Bär

"Mir geht es viel, viel zu langsam"

Stand: 05.03.2018 21:50 Uhr

"Wie Strom und Wasser muss auch schnelles Netz ein Grundrecht sein", sagt die designierte Staatsministerin für Digitales, Bär, im tagesthemen-Interview. Ihr Ziel: Behörden schnellstmöglich zu digitalisieren.

Die designierte Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, fordert mehr Tempo bei der Digitalisierung von Behörden und Unternehmen. "Deutschland muss erfolgreiche Digitalnation werden", sagte sie im tagesthemen-Interview. Insbesondere den Unternehmen wolle sie helfen, "Championsleague zu spielen, Weltmeister zu sein", erklärte die CSU-Politikerin. Ihr gehe es viel, viel zu langsam.

In ihrem neuen Amt wolle sie dazu beitragen, dass "Deutschland nicht nur eine erfolgreiche Industrienation bleiben kann , sondern auch eine erfolgreiche Digitalnation werden wird."

Auch in den Fachministerien sieht Bär Defizite bei der digitalen Entwicklung. "Ich stelle schon fest, dass wir in unseren Ministerien unterschiedliche Geschwindigkeiten haben," sagte sie. Jedes Ministerium in Deutschland müsse ein Digitalministerium sein, forderte sie.

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Dorothee Bär, CSU, zu den Herausforderungen als Ministerin für Digitales

tagesthemen 22:45 Uhr, 05.03.2018

"Keine Sandkastenspiele"

Angesprochen auf eine Twitter-Meldung der Schwesterpartei CDU, wonach das Thema Digitalisierung beim künftigen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) liege, "an der Seite Dorothee Bärs", sagte die designierte Staatsministerin: "Ich finde jetzt nicht, dass Politik gemacht wird zwischen den Twitteraccounts von CDU und CSU, sondern von realen Menschen." Sie und Braun ließen sich "da nicht aus der Ruhe bringen." Im übrigen müsse sie sich "nicht an Sandkastenspielen beteiligen".

Die Frage, ob sie CSU-Chef Horst Seehofer dafür gerügt habe, allein männliche Bundesminister nach Berlin zu entsenden, verneinte sie.