Studie zur Internet-Nutzung Kids ab zehn täglich im Netz

Stand: 26.01.2011 15:31 Uhr

Kinder am Computer | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb
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Spielen und arbeiten am Computer und das Surfen im Internet gehören für Kinder ab zehn zum Alltag.

Nahezu alle Kinder ab zehn Jahren nutzen täglich das Internet. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Jugend 2.0 - 10- bis 18-Jährige in der digitalen Welt" des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), die jetzt in Berlin vorgestellt wurde. Mehr als 700 Kinder und Jugendliche waren dafür befragt worden.

Danach sind insgesamt 98 Prozent dieser Altersgruppe online. In der Gruppe der Zehn- bis Zwölfjährigen sind es 96, bei den 13- bis 15-Jährigen sogar 100 Prozent. Die 16- bis 18-Jährigen sind zu 99 Prozent im Internet vertreten.

Familie und Freund zählen mehr

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer machte darauf aufmerksam, dass die Bedeutung des Internetzugangs bei den Befragten zwar sehr hoch sei, allerdings zeige sich auch, dass andere Interessen von teils noch höherem Wert für sie sind. So befanden zwar 86 Prozent den Internetzugang für wichtig oder sehr wichtig, ein eigener Computer spielte dabei für 76 Prozent eine wesentliche Rolle.

Aber als relevanter werden von den Jugendlichen die Familie mit 98 Prozent, Freunde mit 96 Prozent und gute Schulnoten mit 93 Prozent erachtet. Mit 75 Prozent liegen Sport und mit 63 Prozent das eigene Haustier in der Gunst höher als ein modernes Handy, das es auf 58 Prozent schafft, oder die neuesten Computerspiele mit 29 Prozent.

E-Mails ein alter Hut

Das Internet dient den jungen Nutzern nicht nur zum Vergnügen. Zwar sehen sich hier viele der Befragten Filme und Videos an, hören Musik und spielen Online-Games. Allerdings nutzen auch etwa zwei Drittel das Netz für die Suche nach Informationen für Schule und Ausbildung, 40 Prozent lesen hier Nachrichten. Das Schreiben von E-Mails ist bei den Heranwachsenden dagegen eine nahezu veraltete Technologie, die nur von 52 Prozent genutzt wird.

Silhouetten von Jugendlichen vor dem Schriftzug Facebook | Bildquelle: dpa
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Etwa 75 Prozent der Befragten sind in Online-Communitys aktiv.

Etwa zwei Drittel sind in Online-Communitys aktiv. Mit persönlichen Daten gehen die Befragten nach eigener Auskunft vorsichtig um. 58 Prozent gaben an, ihre Daten in Communitys wie Facebook nur für die jeweiligen Freunde in der jeweiligen Gemeinschaft sichtbar zu schalten. 14 Prozent ermöglichen allen Nutzern der jeweiligen Gemeinschaft Zugang zu ihren Daten, also auch Unbekannten. Fünf Prozent der Befragten stellen ihre Daten sogar für alle Internetnutzer offen.

Rund ein Drittel der zehn- bis 18-Jährigen hat im Internet bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Etwa ein Fünftel der Befragten gab an, beleidigt oder belästigt worden zu sein, wobei die Zahl bei zunehmendem Alter stieg. Insgesamt neun Prozent der Kinder und Jugendlichen wurden im Internet sexuell belästigt. Bei Jungen waren es drei, bei Mädchen 16 Prozent.

Eltern kümmern sich oft zu wenig

BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer | Bildquelle: dpa
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Viele Eltern würden sich zu wenig um das Onlineverhalten ihrer Kinder kümmern, stellt Bitkom-Präsident Scheer fest.

Vor diesem Hintergrund sei die Begleitung der Kinder und Jugendlichen im Umgang mit dem Netz durch ihre Eltern sehr oberflächlich, stellte Scheer fest. Etwa nur ein Viertel der Eltern spreche regelmäßig mit seinen Kindern zwischen zehn und 18 Jahren über deren Aktivitäten in der virtuellen Welt. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass die Eltern oft technisch weniger versiert seien als ihre Kinder.

Laut der Studie haben bei den Zehn- bis Zwölfjährigen lediglich 27 Prozent der Eltern einen Kinderschutz im Computer eingerichtet, bei den 13- bis 15-Jährigen 16 und bei den 16- bis 18-Jährigen fünf Prozent. Scheer empfahl den Müttern und Vätern, auf kostenlose Angebote wie Kindersuchmaschinen und Filter zurückzugreifen, um für die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Er forderte auch einen besseren Jugendschutz von der Politik.

Die zuletzt am Land Nordrhein-Westfalen gescheiterte Jugendschutz-Novelle hätte Programmen für Kinder- und Jugendschutz eine formale Anerkennung ermöglicht. Das Scheitern erschwere die notwendige Verbreitung.

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