Die Schauspielerin Inge Keller. | Bildquelle: dpa

Theater-Schauspielerin Inge Keller ist tot

Stand: 06.02.2017 12:49 Uhr

Sie galt als Grande Dame des deutschen Theaters. Jetzt ist die Schauspielerin Inge Keller mit 93 Jahren gestorben. Ab 1950 spielte sie am Deutschen Theater Berlin. Dort gehörte sie bis 2001 zum festen Ensemble, danach trat sie als Gast auf.

Die Schauspielerin Inge Keller ist tot. Sie starb im Alter von 93 Jahren in einem Berliner Pflegeheim.

Bereits mit 19 Jahren stand die im bürgerlichen Friedenau aufgewachsene Berlinerin auf der Bühne. Keller debütierte 1942 im Theater am Kurfürstendamm, nach mehreren Stationen ging sie 1950 an das Deutsche Theater Berlin, an dem sie bis 2001 festes Ensemblemitglied war und anschließend als Gast auftrat.

Wichtige Rollen für die Diva

Keller wurde gern als eine der letzten großen Theaterdiven bezeichnet. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang Langhoff, Peter Stein, Thomas Langhoff, Harry Kupfer, Robert Wilson, Einar Schleef und Michael Thalheimer zusammen. Das Fernsehen der DDR übertrug ihr wichtige Rollen. Sie spielte in "Gewissen in Aufruhr" (1961), "Kleiner Mann - Was nun?" (1967) und "Effi Briest" (1970). In den 1970er- und 1980er-Jahren gastierte die Schauspielerin in West-Berlin an der Schaubühne und am Renaissance-Theater.

Auch im vereinigten Deutschland nahm Keller Rollen in Kino- und Fernsehfilmen an, darunter in "Aimée und Jaguar", "Lola und Bilidikid" und "Wilsberg". Auf der Theaterbühne begeisterte die zarte Schauspielerin noch ihm hohen Alter als "Tilla" - in einem Stück über die Schauspiel-Legende Tilla Durieux.

Die "diensthabende Gräfin der DDR"

Zur Zeit des geteilten Deutschlands galt Keller wegen ihrer vornehmen Haltung und ihrer feinen Sprache als "diensthabende Gräfin der DDR". Mit ihrer Sprechkultur faszinierte sie die Theaterzuschauer. Keller war ein echter Star - sie selbst hörte das allerdings nicht so gern. "Ach, Stars. Die werden doch heute unentwegt an den Himmel geschossen und fallen ganz schnell wieder runter vom glitzernden Firmament der Scheinwelt industrieller Unterhaltung", sagte sie einmal. "Das bin ich nicht. Ich bin eine Schauspielerin."

Die Schauspielerin heiratete 1952 den späteren Politkommentator im DDR-Fernsehen Karl-Eduard von Schnitzler. Sie bekamen ein Tochter, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Tochter Barbara Schnitzler war es auch, die im Jahr 2013 den Theaterpreis "Der Faust" für ein Lebenswerk stellvertretend für ihre Mutter entgegennahm. Keller konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.

Mit ihrem psychologisch genauen und sprachmächtigen Spiel habe Inge Keller in beiden Teilen Deutschlands Theatergeschichte geschrieben, hieß es damals.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Februar 2017 um 12:44 Uhr.

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