Zerstörte Fahrzeuge auf einer Kreuzung in Hagen. | Bildquelle: dpa

Kampf gegen illegale Autorennen Zwei Jahre Haft als Abschreckung?

Stand: 13.11.2016 13:07 Uhr

Tote, Verletzte, Autowracks - immer wieder sind das die Folgen illegaler Autorennen. Bundesverkehrsminister Dobrindt will jetzt die Strafen verschärfen: Künftig könnte Fahrern und Veranstaltern bis zu zwei Jahre Haft drohen.

Nach dem Bundesrat will auch das Bundesverkehrsministerium mit härteren Strafen gegen Teilnehmer und Veranstalter von illegalen Autorennen vorgehen. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte Pläne, solche Rennen auf öffentlichen Straßen künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit sondern als Straftat zu ahnden.

Damit würden Fahrern und Veranstaltern in Zukunft bis zu zwei Jahre Haft für die Teilnahme oder Organisation solcher Rennen drohen. Bisher gibt es in der Regel nur 400 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot für Teilnehmer. Die "Bild am Sonntag" zitierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mit den Worten: "Um die abschreckende Wirkung zu erhöhen, verschärfen wir die Strafen."

Bundesrat fordert hartes Durchgreifen

Auch der Bundesrat hatte Haftstrafen für Beteiligte gefordert. Nach den Plänen der Länderkammer sollen Rasern bis zu zwei Jahre Haft drohen - und sogar bis zu zehn Jahre, wenn bei einem solchen Rennen jemand schwer verletzt oder getötet wird. Der Bundestag muss sich jetzt mit dem Vorstoß der Länder befassen.

Polizeigewerkschaft spricht von "potenziellen Mördern"

Der Vize-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ernst Walter, hatte die Teilnehmer illegaler Autorennen als "potenzielle Mörder" bezeichnet. In mehren Städten ist es bei diesen Rennen zu Unfällen mit Todesopfern gekommen. Aktuell stehen in Berlin zwei Männer vor Gericht. Sie sind des Mordes angeklagt, weil sie bei einem Rennen in der Nacht zum 1. Februar auf dem Kurfürstendamm den Geländewagen eines Rentners gerammt hatten. Der 69 Jahre alte Fahrer starb. Mit der Mordanklage demonstrierte die Staatsanwaltschaft in diesem Fall Härte.

Über dieses Thema berichtet der WDR "die story" am 30. November 2016 um 22:10 Uhr.

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