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Ministerium ändert Regelung
IGeL-Verkaufsseminar ohne Zuschuss
Das Bundeswirtschaftsministerium hat - wie versprochen - die Ärzteseminare für den Verkauf von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) an Patienten überprüft und beschlossen, dass diese nicht länger gefördert werden.
Es bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung". Eine aktiv betriebene Vermarktung von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sei mit den ethischen Grundsätzen des Berufsrechts der Ärzte nicht vereinbar, hieß es zur Begründung. "Holen sich Ärzte zur Entwicklung entsprechender Verkaufsstrategien externe Hilfe, ist dies vor allem unter gesundheitspolitischen und ethischen Gesichtspunkten nicht unterstützungswürdig", teilte das Ministerium mit.
Nach einer Überprüfung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) würden die Förderrichtlinien nun "kurzfristig angepasst".
Ein häufig überflüssiges Angebot
IGeL-Leistungen - etwa zur Früherkennung von Grünem Star oder bestimmte Ultraschalluntersuchungen - müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig.
Das Volumen dieser Extra-Leistungen lag nach einer AOK-Studie im Jahr 2010 bei 1,5 Milliarden Euro. Demnach wurde mehr als jedem vierten Versicherten (28,3 Prozent) innerhalb eines Jahres eine medizinische Leistung auf Privatrechnung verkauft.
Debatte nach Anfrage von Grünen-Politikerin
Durch eine Anfrage der Grünen-Politikerin Biggi Bender ist kürzlich bekannt geworden, dass das Bundeswirtschaftsministerium derartige Schulungen bislang bezuschusst hatte. Das Ministerium bezog sich dabei auf Richtlinien über die "Förderung unternehmerischen Know-hows für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freie Berufe".
Stand: 11.08.2012 13:19 Uhr
