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10.02.2010

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Bischof Huber: "Geld nicht länger vergötzen"
Bischof Hubers Weihnachtsbotschaft

"Wir dürfen Geld nicht länger vergötzen"

Bischof Wolfgang Huber (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Für Achtsamkeit, aber gegen Pessimismus: Bischof Huberin seiner Weihnachtspredigt ]
In seiner Weihnachtsbotschaft hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, mit Blick auf die weltweite Finanzkrise zu einer Rückbesinnung auf nicht-materielle Werte aufgerufen. Der Boom in den Finanzmärkten habe sich im Nachhinein betrachtet "ganz deutlich als Tanz um das goldene Kalb" erwiesen, stellte er im Deutschlandradio Kultur fest. "Dass wir diesen Tanz nun wirklich hinter uns lassen und Geld nicht länger vergötzen, das ist für mich eine ganz wichtige Lehre des zu Ende gehenden Jahres", sagte Huber.

Eine "nachhaltige Wertsicherung" müsse Vorrang haben vor dem kurzfristigen Gewinn und der Bezahlung von Bankern, betonte der höchste Repräsentant von rund 25 Millionen evangelischen Christen in der "Berliner Zeitung". Der Bischof forderte, dass Bonus-Zahlungen in die Stabilisierung der Finanzsysteme zurückflössen. Manager müssten mehr Bescheidenheit an den Tag legen.

Zugleich warnt Huber wegen der Finanzkrise vor übertriebenem Pessimismus und vor Schwarzmalerei trotz des "dunklen Horizonts". Vernünftiges wirtschaftliches Verhalten könne gerade in einer Krise ethisch richtig sein, so der Bischof.

Mehr Solidarität und Gerechtigkeit

Besorgt äußerte sich Huber über die zunehmende Zahl armer Menschen und rief zur Solidarität auf: "Meine Sorge gilt ganz besonders denen, die in wachsender Zahl an den Türen der Suppenküchen warten, die auf eine Mahlzeit bei der Armentafel hoffen, weil sie sich anderes schlicht nicht leisten können. Vor allem Kinder gehören in einem beängstigend hohen Maß dazu." Huber dankte all jenen, die sich für die Benachteiligten einsetzen. Die Hilfe für sie müsse aber auch nachhaltig angelegt sein, damit die an den Rand Gedrängten wieder am Leben der Gesellschaft teilnehmen und mit eigener Kraft den Lebensunterhalt erwerben könnten.

"Fürchtet euch nicht"

Der Berliner Dom (Foto: Zentralbild) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Traditionell im Berliner Dom: die Weihnachtspredigt von Bischof Huber ]
Huber fügte hinzu, dass die Ausnutzung persönlicher Freiheit und die Vernachlässigung von Verantwortung "unsere Welt in eine tiefe Krise gestürzt" hätten. Diesem Verhalten trete die evangelische Kirche entschieden entgegen. Der Bischof verwies auf das "trotzige und zuversichtliche: Fürchtet euch nicht" der Engel, das gerade heute gebraucht werde. "In diesem Ruf ist alle Sorge vor der Zukunft aufgehoben und überwunden." Von der Krippe in Bethlehem ziehe sich eine Spur des Gottvertrauens, der Zuversicht und Solidarität durch die Geschichte.

Auch Meisner kritisiert Banker

Auch der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner kritisierte angesichts der Finanzkrise das Verhalten vieler Banker. "Der Banker ist Treuhänder für Geld, das ihm nicht gehört und mit dem er arbeiten muss", sagte er der "Kölnischen Rundschau". "Dass dieses Ethos so verloren gehen kann, dass Leute mit Dingen Handel treiben, die nicht existieren - das ist erschütternd." Die soziale Marktwirtschaft könne nur "global gedacht werden". Zum Umgang mit Geld erinnerte Meisner an das erste Gebot: "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben."

Der größte Reichtum eines Menschen sei nicht Geld und Gut, sondern der Glaube an den lebendigen Gott, sagte der Kardinal. Er habe keine Aktien, sondern nur ein Bankkonto mit einem vierstelligen Betrag. Er achte sehr darauf, dass nicht zu viel Geld auf dem Konto sei: "Ich habe eine große Familie und so viele Leute, denen ich helfen muss. Da schenke ich das Geld weg."

Stand: 24.12.2008 14:25 Uhr
 

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