Der AfD-Bundesvorstand will den Thüringer Chef Höcke aus dem Amt drängen. | Bildquelle: dpa

Nach Äußerungen über Afrikaner Ein wenig Kritik an AfD-Politiker Höcke

Stand: 14.12.2015 18:54 Uhr

Der thüringische AfD-Politiker Höcke muss vorerst nicht den Rauswurf aus der Partei fürchten. Zwar gab es im Parteivorstand vereinzelt Kritik an Höckes Äußerungen zur Asylpolitik. Vertreter des rechten Parteiflügels machten jedoch klar, dass man nicht über Ordnungsmaßnahmen gegen ihn spreche.

Die Führung der AfD zeigt sich uneins im Umgang mit der umstrittenen Rede zur Asylpolitik von Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. Während der Co-Parteivorsitzende Jörg Meuthen sich deutlich von Höcke distanzierte, sprang ihm der rechte Parteiflügel zur Seite.

Meuthen bezeichnete Höckes Äußerungen als "sachlich unsinnig". Sie entbehrten "wissenschaftlicher Substanz und laden zu Fehldeutungen als rassistische Aussagen geradezu ein." Sie seien eine "politische Torheit".

Ebenso falsch sei gewesen, dass Höcke dem französischen Front National zu dessen Erfolg bei der ersten Runde der Regionalwahlen gratuliert habe. Der Thüringer Landeschef schade damit dem Erscheinungsbild der AfD und gefährde die Einheit der Partei. Meuthen ist einer der Sprecher des Landesverbandes Baden-Württemberg. Dort wird im kommenden Jahr der Landtag neu gewählt.

Irgendwie nicht glücklich

Anders als zunächst gemutmaßt wurde, scheint Höcke aber nicht der Rauswurf aus der AfD zu drohen. Das Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg sagte, mehrere Vorstandsmitglieder hätten zwar bei einer Telefonkonferenz gesagt, sie seien "nicht glücklich" über Äußerungen Höckes. Es sei aber nicht über mögliche "Ordnungsmaßnahmen" gesprochen worden.

Poggenburg gehört wie Höcke dem rechtsnationalen Flügel der Partei an. Via Twitter stellte Poggenburg die rhetorische Frage, man gehe bei Höcke "doch jetzt nicht von 'rassisticher Ideologie' aus, oder!?". Zur den Äußerungen Höckes zum Front National meinte er, die AfD stehe diesem bei der Kritik an der EU und der "Masseneinwanderung" "zumindest nahe".

Nach Darstellung der Nachrichtenagentur DPA soll Höcke zu einer der kommenden Sitzungen des Bundesvorstands einbestellt werden. Höcke hatte Ende November in einem Vortrag zur Asylpolitik erklärt, der "lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp" treffe in Europa auf den "selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp".

AfD-Bundesspitze rügt Äußerungen von Björn Höcke
K. Remme, DLF
14.12.2015 10:31 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 13. Dezember 2015 um 0747 Uhr im Deutschlandfunk.

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