Hochwasser: Land in Sicht, aber weitere Evakuierungen

Kampf gegen das Hochwasser

Land in Sicht und weitere Evakuierungen

Der spektakuläre Einsatz zur Abdichtung einer meterlangen Lücke im Elbdeich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ist erfolgreich verlaufen. Die überflutete Fläche sei binnen 24 Stunden um fünf Quadtratkilometer geschrumpft, berichtet der Krisenstab. Damit stehen jetzt noch etwa 145 Quadratkilometer Land im Elbe-Havel-Winkel unter Wasser.

Deichbruchstelle bei Fischbeck fast geschlossen
tagesschau 16:00 Uhr, 17.06.2013, Gunnar Breske, MDR

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Weitere Evakuierungen

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Seit Sonntag werden zwei weitere Dörfer im Landkreis Stendal evakuiert, weil ein Einschluss durch das vom Süden nachfließende Elbhochwasser droht. Die Einwohner von Garz und Warnau wurden aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Auch in Havelberg steigen die Pegelstände. Daher wurden die Sandsackwälle nochmals erhöht.

Um den Deichbruch bei Fischbeck noch weiter abzudichten, versenkte die Bundeswehr Betonröhren. Am Wochenende waren bereits drei Lastkähne an der Bruchstelle gesprengt worden. Mit großen Sandsäcken soll der Deich endgültig abgedichtet werden.

Bahnverkehr noch immer eingeschränkt

Der Bahnverkehr ist nach wie vor behindert. Zwar gab die Deutsche Bahn nach dem Hochwasser eine Regionalbahnstrecke in Sachsen-Anhalt wieder frei. Fernverkehrslinien und damit ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover werden jedoch weiterhin umgeleitet. Reisende müssen Verspätungen in Kauf nehmen.

Auch der Schiffsverkehr auf der Elbe ist noch unterbrochen. Bevor die Elbe wieder freigegeben wird, muss der Fluss vermessen und aufgeräumt werden. An einigen Stellen seien mit den Überflutungen Fremdkörper ins Wasser geraten, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg mit. Zudem habe sich der Grund des Flusses teilweise verändert, Schifffahrtszeichen seien weggetrieben worden.

Lauenburg teils noch ohne Strom

Weiter flussabwärts bleibt der Katastrophenalarm vorerst bestehen. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg stehen noch immer viele Keller unter Wasser, weshalb der Strom abgeschaltet bleibt. Zurückgekehrte Bewohner müssen sich über Nachbarn oder Baustromtrafos mit Elektrizität versorgen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Katastrophenalarm dagegen aufgehoben. Die Wasserstände würden weiter um knapp einen Zentimeter pro Stunde sinken, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim.

Hochwasserwarnung in Sachsen aufgehoben

Einwohner von Schönebeck an der Elbe danken den Helfern (Bildquelle: dpa)
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Der Dank der Bewohner von Schönebeck an der Elbe gilt den vielen freiwilligen Helfern.

Nach mehr als zwei Wochen besteht in Sachsen keine Hochwasserwarnung mehr. Auch an den Pegeln Schöna und Riesa fiel der Wasserstand unter den Richtwert der niedrigsten Alarmstufe. In Dresden lag der Wert am Vormittag mit 3,74 Metern noch fast doppelt so hoch wie der Normalstand von knapp zwei Metern. Da es in einigen Orten regnet und die Böden keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen können, kann das Wasser nicht abfließen.

ARD-Vorsitzender Marmor dankt für Spendenbereitschaft

Durch den Spendenmarathon im Ersten sind bis zum frühen Montagnachmittag 8,1 Millionen Euro zusammengekommen. Auch in den Radioprogrammen und auf den Onlineseiten hat die ARD am Wochenende um Spenden für die Flutopfer gebeten. Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Herzlichen Dank an alle Menschen, die die Betroffenen unterstützen - sei es mit tatkräftiger Hilfe, Geld- oder Sachspenden. Es zeigt sich immer wieder: Wenn es darauf ankommt, ist die Solidarität in Deutschland groß."

Stand: 17.06.2013 15:38 Uhr

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