Zuschuss für Hochschulen Mehr Geld, weniger Schummelei

Stand: 12.04.2013 17:29 Uhr

Hilfspakete haben Konjunktur - auch die deutschen Universitäten sind chronisch klamm. Für sie gibt es den Hochschulpakt. Doch weil es viel mehr Studierende gibt als erwartet reichen die Gelder von Bund und Ländern nicht. Jetzt soll der Pakt aufgestockt werden. Ein Erfolg für Bundesbildungsministerin Wanka.

Von Achim Wendler, BR, ARD-Hauptstadtstudio

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Bundesbildungsministerin Wanka sprach von "harten Verhandlungen"

Wie froh und stolz die Wissenschaftsminister nach dieser Konferenz sind, zeigt die Wortwahl von Hans-Gerhard Husung. Der Mann ist Generalsekretär der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) und macht gleich mal klar, in welcher historischen Liga er die Beschlüsse ansiedelt. "Wenn wir jetzt in Rom wären, würde die Pressekonferenz wahrscheinlich damit beginnen: Habemus Papam."

Wir sind aber nur im Bundesratsgebäude. Und deshalb bleibt Johanna Wanka, die Bundeswissenschaftsministerin, etwas bescheidener. "Ich denke, dass war heute mal eine GWK, in der wir wirklich wichtige Beschlüsse in großer Gemeinsamkeit fassen konnten."

Wanka brachte ihre Länderkollegen dazu, mehr Geld in die Universitäten zu stecken. Konkret: in den Hochschulpakt. Das ist so etwas wie ein großes Hilfspaket für die überforderten Universitäten.

Ein Hörsaal aus der Hubschrauberperspektive. | Bildquelle: dpa
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Hörsaal von oben: Künftig bekommen Hochschulen mehr Geld.

Denn es gibt derzeit Hunderttausende Studenten mehr als erwartet. Deshalb legt die CDU-Politikerin Wanka für den Bund nochmal 2,2 Milliarden Euro oben drauf. Und die Länder-Minister versprachen nach langem Verhandeln, in etwa das Gleiche zu geben. Und zwar "transparent und nachvollziehbar", betont die SPD-Ministerin Doris Ahnen aus Rheinland-Pfalz. Sie ist auch Vorsitzende der Wissenschaftsministerkonferenz. "Es war ein starker Wunsch des Bundes, dass das auch in der Darstellung, wer was in den Pakt einbringt, stärker systematisiert wird. Auch darauf haben wir uns verständigen können."

Ein Erfolg also für Wanka. Und zugleich die Botschaft: Schummeln wird schwieriger für die Länder. Denn bisher sind die Geldströme des Hochschulpakts ziemlich undurchschaubar, monieren Kritiker.

Völlig sicher ist das Milliardenplus aber noch nicht. Denn die Ministerpräsidenten müssen den Mehrausgaben für den Hochschulpakt auch noch zustimmen.

Bessere Lehrerausbildung

Zweiter Beschluss der Konferenz: Die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" kann starten. Diesem Plan zufolge belohnt der Bund Konzepte für eine bessere Ausbildung der Lehrer. 50 Millionen Euro pro Jahr stellt er dafür bereit. Sinn und Zweck ist mehr Mobilität für Lehrer und Lehramtsstudierende.

Denn bisher ist das ein großes Problem: Manche Abschlüsse werden in diesem Bundesland nicht anerkannt, andere in jenem nicht, das Umziehen über innerdeutsche Ländergrenzen hinweg ist Lehrern mitunter unmöglich. Um das zu ändern, haben sich die Kultusminister vor kurzem auf einheitliche Standards geeinigt. Denn sie bestimmen, welche Lehrer mit welchen Qualifikationen sie an ihren Schulen wollen. Nun haben die Wissenschaftsminister nachgelegt: Sie müssen nämlich bestimmen, wie man die Lehrer im Sinn der Kultusminister qualifiziert. Damit ist laut Wanka der Umzug künftig kein Problem mehr. "Das ist präzise geregelt und wir haben die klare Verabredung in der Vereinbarung, dass das natürlich in die Ländergesetze umgesetzt wird bis zum Ende diesen Jahres."

Wobei es ein paar Schranken auch in Zukunft noch geben wird: Bayern zum Beispiel besteht darauf, dass Lehrer die richtige Fächerkombination haben.

Das Bafög wird übrigens vorerst nicht erhöht. Die Wissenschaftsminister versprechen lediglich: Wir reden drüber.

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