Sonnenblume | Bildquelle: dpa

Hitze in Deutschland Die Schattenseiten bei Rekordtemperaturen

Stand: 25.07.2018 17:18 Uhr

Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitze: Weit über 30 Grad wurde es heute heiß - und das machte nicht nur gefühlt Probleme. Der Flugverkehr in Hannover wurde vorübergehend gestoppt. Bauernpräsident Rukwied forderte, den Notstand auszurufen.

Deutschland schwitzt: kein Wölkchen am Himmel und womöglich auch kaum Luftbewegung. Nach einer tropischen Nacht mit rund 23 Grad gab es heute den heißesten Tag des Jahres mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke. Hitzegewitter sind möglich. Bereits gestern wurden im niedersächsischen Lingen 35,9 Grad gemessen. Nicht jeden freut das Sommerwetter - die Hitze hat auch Schattenseiten.

Hitzewelle in Deutschland sorgt auch für Probleme
tagesthemen 22:15 Uhr, 25.07.2018, Christina Gerlach, NDR

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Flughäfen in Betrieb

Am Flughafen von Hannover ist nach einer rund zwölfstündigen Sperrung wegen Hitzeschäden an der Start- und Landebahn der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden. Die erste Maschine konnte um 6.31 Uhr Richtung Amsterdam abheben. Noch kann es zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Zahlreiche Passagiere hatten die Nacht zwangsweise im Terminal verbringen müssen.

Tempolimits auf Autobahnen im Süden

Extreme Hitze kann auch die Fahrbahn auf Autobahnen wölben, besonders bei älteren Betonfahrbahnen. In Baden-Württemberg gelten deshalb bereits Einschränkungen auf zwei Autobahnen: Ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern gilt auf den Autobahnen 81 und 7. Straßenbauverwaltungen in allen Ländern beobachten derzeit routinemäßig bei Streckenkontrollen den Zustand der Fahrbahnen.

Bauernpräsident fordert Ausrufung des Notstandes

Der Deutsche Bauernverband befürchtet wegen der anhaltenden Trockenheit deutschlandweit Ernteausfälle von durchschnittlich 20 Prozent. Verbandspräsident Joachim Rukwied sagte im Inforadio vom rbb, in einigen Regionen Brandenburgs könnten die Ernteausfälle sogar bis zu 70 Prozent betragen. Er forderte deshalb die Politik auf, den Notstand auszurufen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied bei einer Pressekonferenz
galerie

Bauernpräsident Joachim Rukwied versucht finanzielle Hilfen für die Bauern zu bekommen.

Rukwied erklärte, dies sei nötig als rechtliche Voraussetzung für schnelle finanzielle Hilfen für Betriebe, die 30 Prozent geringere Erntemengen einfahren als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. "Das gleicht natürlich die Ausfälle nicht aus, ist aber notwendig, damit die Betriebe eine Zukunft haben", sagte Rukwied. Zudem müsse es Landwirten erlaubt sein, eine steuerfreie Rücklage aus dem Gewinn in guten Jahren zu bilden. Diese könne die Liquidität in schlechten Jahren sichern.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium teilte mit, dass Vertreter von Bund und Ländern sich am kommenden Dienstag treffen werden, um über die Folgen der Hitze und Dürre in vielen Regionen für die deutschen Bauern zu beraten. Ziel sei eine Bestandsaufnahme der diesjährigen Witterungsschäden.

Grillen, Feuer und Zigaretten im Wald verboten

Riesige Waldbrände wie derzeit in Griechenland und Schweden sind in Deutschland nach Einschätzung von Behörden und Feuerwehr sehr unwahrscheinlich. Es gebe viele Maßnahmen zum Schutz und zur Beobachtung der Wälder, sagten Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Astrid Uhlmann, Leiterin des Referats Wald und Holz bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der großen Waldbrandgefahr sind Grillen, Feuer und Zigaretten im Wald derzeit streng verboten.

Mit Blick auf Griechenland sagte Ziebs: "Wir haben ganz andere Voraussetzungen, unsere Vegetation ist ganz anders. Die Forstbehörden, die Waldbauern haben den Wald ganz anders aufbereitet, wir haben Brandschneisen." Auch gravierende Mängel bei der Brandbekämpfung sieht Ziebs nicht, obwohl es etwas zu wenig Löschkapazitäten aus der Luft gibt. Es fehlten Hubschrauber. Der "Passauer Neuen Presse" sagte er, dass Deutschland keine Löschflugzeuge brauche. Für den effektiven Einsatz von Löschflugzeugen brauche es große Gewässer für das Auftanken im Überflug.

Uhlmann verwies auf Brandschutzstreifen an Wäldern oder Äckern. An Bahnlinien seien oft schwer entzündliche Laubbäume gepflanzt, um bei Funkenschlag ein Ausbreiten von Feuern zu verzögern. Außerdem gebe es in Bundesländern mit hoher Waldbrandgefahr seit Jahren eine umfassende Überwachung mit Videokameras, so dass Brandorte schnell lokalisiert werden könnten.

Tipps für den Umgang mit der Hitze

Wie ist die Hitze in diesen Tagen am besten auszuhalten? Experten empfehlen angesichts der hohen Temperaturen Decken durch Laken zu ersetzen, Fenster abzudunkeln, Ventilatoren aufzustellen, nasse Tücher aufzuhängen und neben reichlicher Flüssigkeitszufuhr Salzgebäck zu sich zu nehmen.

Allgemeinmediziner Mohsen Radjai mit Tipps gegen Hitze
Morgenmagazin, 25.07.2018

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfahl im ARD-Morgenmagazin den Tipp "im Zweifel die Wärmflasche in den Kühlschrank zu legen."

In rund 30 Jahren ein ganz normaler Sommer?

Was aktuell noch als ungewöhnlich warmer Sommer gilt, könnte nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein. "In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon 1,4 Grad zugenommen", sagte PIK-Klimafolgenforscher Fred Hattermann. Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Juli 2018 um 06:43 Uhr.

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