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Der helle Lichtschweif, der zu Heiligabend am europäischen Nachthimmel für Aufsehen gesorgt hat, war ein verglühender Teil einer Sojus-Rakete.
"Es handelte sich dabei um eine Oberstufe der Sojus-Rakete, die kürzlich drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat", sagte Bernhard von Weyhe, Sprecher der Europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt. Dies hätten Untersuchungen einer Expertengruppe eindeutig ergeben.
"Die Raketenteile sind etwa 80 Kilometer über der Erde verglüht. Die Flugrichtung war von Westen nach Osten", erklärte von Weyhe. "Beim Eintritt in die Atmosphäre hatten sie etwa eine Geschwindigkeit von 25.000 bis 28.000 Kilometern pro Stunde."
Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden. "Je weiter Teile in die Erdatmosphäre eintreten, desto mehr zerbrechen und verglühen sie", erklärte der ESA-Sprecher. Zur gleichen Einschätzung waren zuvor Experten vom königlichen Observatorium aus Belgien gekommen.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vermutet, dass die Erscheinung auch ein "großer Bruder" der Sternschnuppen gewesen sein könnte, "ein sogenannter Feuerkugel-Bolide". Das ist im wesentlichen ein besonders heller und lang andauernder Meteor. Eine normale Sternschnuppe habe eine Leuchtdauer von weniger als einer Sekunde und erzeuge einen leuchtenden "Strich" am Himmel. Eine Feuerkugel leuchtet demnach wenige Sekunden, selten sind es mehr.
Das DLR will in den nächsten Tagen prüfen, ob es Aufnahmen der Erscheinung vom Samstagabend gibt. Ein System von Kameras - "Feuerkugelnetz" - ist dafür installiert. Es ist nach Angaben des Sprechers aber noch unklar, ob sie sich schon eingeschaltet hatten.
Augenzeugen hatten gemeldet, dass sie am Heiligabend gegen 17.30 Uhr drei glühende Streifen mit einem breiten Schweif gesehen hatten. Dieser habe sich dann in mehrere Teile zerstreut. Mehrere Hörer meldeten sich aufgeregt bei einem Thüringer Radiosender und berichteten von dem Phänomen.
Bei der Mannheimer UFO-Meldestelle gingen zahlreiche Anrufe und E-Mails ein, und zwar aus dem Südwesten bis in den Raum Thüringens, wie das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) mitteilte.
Beschrieben und gefilmt wurde demnach ein "flach dahinrasender Feuerball mit gewaltigem Schweif, aus dem sich viele Funken lösten". Die Erscheinung konnte bis zu 30 Sekunden beobachtet werden. Dann war für 20 bis 30 Sekunden ein verwehender Rauchschweif zu sehen.
Am Mittwoch war eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um drei Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Am Freitag waren der Russe Oleg Kononenko, der US-Amerikaner Donald Pettit und der Niederländer André Kuipers plangemäß am Außenposten der Menschheit in 350 Kilometern Höhe angedockt.
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