Reisende am Bahnhof von Berlin | Bildquelle: dpa

"Xavier" und "Herwart" 12.800 Zugausfälle durch Herbststürme

Stand: 01.12.2017 13:52 Uhr

Die Stürme "Xavier" und "Herwart" sorgten im Oktober für chaotische Zustände bei der Bahn: Tausende Züge fielen aus, manche Strecken wurden tagelang nicht bedient. Die Bundesregierung hat nun erstmals Zahlen vorgelegt - demnach waren rund zwei Millionen Reisende betroffen.

Die Bundesregierung hat erstmals Zahlen zu den Störungen im Bahnverkehr vorgelegt, die durch die Herbststürme "Xavier" und "Herwart" verursacht wurden. Wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervorgeht, fielen insgesamt rund 12.800 Züge ganz oder auf einem Teil ihrer regulären Strecke aus. Mehr als zwei Millionen Fahrgäste waren demnach betroffen.

Mehr als 4000 Komplettausfälle allein bei "Xavier"

Die Störungen durch "Xavier" waren besonders massiv. Im Zeitraum vom 5. bis 12. Oktober fielen 408 Fernzüge komplett und 852 teilweise aus, 280 Züge wurden umgeleitet. Im Nahverkehr fielen 3723 Regionalbahnen komplett und 3986 teilweise aus. Hier wurden 186 Züge umgeleitet. Von den Störungen im Fernverkehr waren den Angaben zufolge 275.548 Reisende betroffen, bei den Nahverkehrszügen der DB Regio geschätzt 1,3 Millionen.

Die Zahlen zum zweiten Sturm "Herwart" sind etwas niedriger. Im Zeitraum vom 29. bis 31. Oktober fielen hier im Fernverkehr 215 Bahnen komplett und 259 teilweise aus. Im Nahverkehr gab es 1807 Komplett- und 1575 Teilausfälle. Insgesamt wurden 81 Bahnen umgeleitet. Die Zahl der Betroffenen im Fernverkehr wird auf 102.258 beziffert, die bei DB Regio auf schätzungsweise 400.000.

Pünktlichkeitsziel aufgegeben

Durch die beiden Stürme waren zahlreiche Bäume umgestürzt, die auf Gleise fielen und Oberleitungen beschädigten. Kritiker bemängelten daraufhin, dass zu wenig gegen den Wildwuchs an den Gleisen getan werde. Auf die Frage der Linken-Fraktion, ob die Regierung hier Mängel sehe und ob sie etwas ändern wolle, hieß es nun, die DB Netz AG überprüfe "aufgrund der Zunahme an Extremwetterereignissen" das bestehende Pflegeprogramm.

Vor wenigen Tagen erst hatte die Deutsche Bahn bekanntgegeben, ihr Ziel von 80 Prozent pünktlichen Zügen für 2017 im Fernverkehr nicht zu erreichen. Dafür sei gerade im zweiten Halbjahr zu viel passiert, sagte Konzernchef Richard Lutz. Langfristig gehe es vor allem darum, Ausfälle bei Unwettern vermeiden. Dazu gehöre auch eine bessere Kontrolle von Bäumen und Sträuchern entlang der Gleise.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Dezember 2017 um 16:00 Uhr.

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