Eine Frau reinigt ein Fenster | Bildquelle: dapd

Studie zu unbezahlter Arbeit Das bisschen Haushalt macht die Frau

Stand: 23.04.2017 02:32 Uhr

Frauen bringen etwa 60 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Arbeit auf. Das legen die Ergebnisse einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung nahe. Selbst wenn beide Partner Vollzeit arbeiten, leisten Frauen deutlich mehr Hausarbeit.

Der größte Teil unbezahlter Hausarbeit, Kinderbetreuung und Angehörigen-Pflege wird in Deutschland weiterhin von Frauen geleistet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Danach bringen Frauen für unentlohnte Hausarbeiten 60 Prozent mehr Zeit auf als Männer.

Für die Fürsorge von Angehörigen wenden Frauen zwischen 18 und 64 Jahren im Vergleich zu Männern gemäß der Studie sogar mehr als doppelt so viel Zeit auf. Dabei unterscheide sich die Gesamtarbeitszeit pro Woche inklusive der Wochenenden zwischen Männern (7 Stunden 40 Minuten täglich) und Frauen (7 Stunden 44 Minuten täglich) nur wenig.

Geringeres Einkommen gefährdet Altersvorsorge

Nach Angaben von WSI-Expertin Christina Klenner sind Frauen allerdings "überwiegend teilzeitbeschäftigt und schultern den größten Teil der Haus- und Fürsorgearbeit", wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mitteilte. Männer in Vollzeit bekommen laut Studie 73 Prozent ihrer Gesamtarbeitszeit bezahlt, teilzeitbeschäftigte Frauen nur 43 Prozent.

"Problematisch ist die geringere Teilhabe an bezahlter Arbeit vor allem für das individuelle Einkommen, die beruflichen Chancen und die Altersversicherungsansprüche der Frauen", sagte Klenner. Und selbst wenn beide Vollzeit arbeiteten, leiste eine Frau im Mittel gut drei Stunden Hausarbeit - der Mann nur zwei.

Für die Studie wurden 10.000 Menschen in Deutschland befragt. Der Erhebungszeitraum war in den Jahren 2012 und 2013.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. April 2017 um 13:00 Uhr.

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