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[Bildunterschrift: Arbeitslosigkeit bedeutet für jeden vierten sofort auch Hartz IV. ]
Die Bundesregierung ist dem Eindruck entgegengetreten, dass immer mehr Arbeitslose in die Hartz-IV-Grundsicherung abrutschen. Die Zahl der Arbeitslosen mit Hartz IV sei im November mit 1,9 Millionen auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Arbeitslosengeldes II im Jahr 2005 gewesen, so das Arbeitsministerium. Zudem hätten in den zurückliegenden zwölf Monaten 920.000 Hartz-IV-Arbeitslose eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt gefunden. Dies seien deutlich mehr gewesen, als die 737.000 Zugänge von Arbeitslosen aus einer Beschäftigung im gleichen Zeitraum.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte bekannt gegeben, dass immer mehr Arbeitslose direkt auf das Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Jeder vierte der insgesamt 2,8 Millionen Beschäftigten am ersten Arbeitsmarkt, die in den vergangenen zwölf Monaten arbeitslos wurden, wurde nach den BA-Statistiken direkt zum Hartz-IV-Fall. Im Monatsdurchschnitt bezogen im November 2011 rund 61.000 neu arbeitslos Gewordene sofort das Arbeitslosengeld II. Vor drei Jahren waren es monatlich 51.000.
Durch bessere Beschäftigungschancen gelingt dem Arbeitsministerium zufolge aber immer mehr Hartz-IV-Arbeitslosen der Sprung in eine reguläre Beschäftigung, zumindest zeitweise: Jeder zweite Hartz-IV-Neuzugang ist inzwischen ein Rückkehrer: Von den 2,64 Millionen Zugängen von August 2010 bis Juli 2011 bezogen 54 Prozent in den zurückliegenden zwölf Monaten schon mal Hartz-IV-Leistungen. Ein Jahr zuvor lag der Anteil der Rückkehrer noch bei 48,5 Prozent. "Ein Teil davon wird allerdings auch wieder arbeitslos", so ein Sprecher.
Auch die BA argumentiert: Nur weil mehr Hartz-IV-Bezieher aus der Arbeitslosigkeit vorübergehend herausfänden, gebe es auch mehr direkte Hartz-IV-Fälle nach einem Job-Verlust. Die Beschäftigungsdauer sei aber zu kurz oder das Lohneinkommen zu gering für ein Arbeitslosengeld I in ausreichender Höhe. Nur wer vor dem Job-Verlust ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, hat Anspruch auf das Arbeitslosengeld I.
Wichtigste Ursache für das Wechselbad zwischen Hartz IV und Beschäftigung ist aus Sicht der BA die mangelnde Qualifikation vieler Hartz-IV-Bezieher. Jede zweite Arbeitslosmeldung von zuvor Beschäftigten entfalle im Hartz-IV-Bereich auf Geringqualifizierte. Besonders hoch ist die Zahl direkter Hartz-IV-Fälle bei Arbeitslosigkeit in Branchen mit einem hohen Anteil von Ungelernten, wie der Zeitarbeit und dem Gastgewerbe. "Gerade diese Branchen bieten allerdings Geringqualifizierten wichtige, oft niedrigschwellige Beschäftigungsoptionen", schreibt die BA.
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