Blumen am Tatort in Hamburg-Barmbek

Messerattacke in Hamburg Haftbefehl gegen mutmaßlichen Angreifer

Stand: 29.07.2017 21:47 Uhr

Einen Tag nach der tödlichen Messerattacke im Hamburger Stadtteil Barmbek ist gegen den mutmaßlichen Angreifer Haftbefehl erlassen worden. Der Festgenommene sitzt nun wegen des Verdachts auf vollendeten Mord sowie fünffachen versuchten Mord in Untersuchungshaft.

Gegen den mutmaßlichen Messer-Angreifer von Hamburg ist Haftbefehl erlassen worden. Der 26-jährige abgelehnte Asylbewerber sitzt nun wegen des Verdachts auf vollendeten Mord sowie fünffachen versuchten Mord in Untersuchungshaft, wie die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft sagte. Zum Tathergang oder seinem Motiv habe der Mann keine Angaben gemacht, wohl aber zu seiner Person.

Für eine verminderte Schuldfähigkeit hätten sich "keine belastbaren Hinweise" ergeben, sagte die Sprecherin. Innensenator Andy Grote hatte zuvor gesagt, bei dem Mann gebe es Hinweise auf religiöse Beweggründe und islamistische Motive, aber auch auf eine "psychische Labilität".

Haftbefehl gegen mutmaßlichen Täter nach Messerangriff in Hamburg
tagesthemen 23:15 Uhr, 29.07.2017, Claudia Drexel, NDR

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Unvermittelt auf Menschen eingestochen

Der 26-jährige Palästinenser, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde und 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, hatte gestern im Stadtteil Barmbek laut Zeugenaussagen unvermittelt auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb. Sieben weitere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Alle waren einen Tag später außer Lebensgefahr.

Laut Staatsanwaltschaft wurde der Mann in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg inhaftiert und bekomme nun einen Anwalt zur Seite gestellt. Ihre Behörde sei mit der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe in Kontakt. Anfang der Woche werde darüber beraten, ob die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich ziehe. Die Staatsanwaltschaft des Bundes beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe verfolgt Straftaten gegen die innere und äußere Sicherheit, also etwa Landesverrat oder Terrorismus.

Seit längerem als Islamist bekannt

Der mutmaßliche Angreifer war den Sicherheitsbehörden seit längerem als Islamist bekannt, wurde aber nicht als unmittelbar gefährlich eingeschätzt. Innensenator Grote sagte, es müsse nun geprüft werden, ob die Behörden allen Hinweisen immer angemessen nachgegangen seien. Es habe Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben. Das genaue Motiv blieb auch einen Tag nach der Tat unklar.

Laut Grote sei der Mann ausreisepflichtig gewesen und habe sich im Ausreiseverfahren befunden. Man sei nicht zu der "Einschätzung einer unmittelbaren Gefährlichkeit" gelangt. Der Festgenommene war weder in Deutschland noch im Ausland vorbestraft. Möglicherweise handelte er spontan. Laut Polizei nahm er erst im Supermarkt ein Messer und riss es aus der Verpackung. Den Ermittlern zufolge gibt es keine Hinweise auf Hintermänner oder ein Unterstützer-Netzwerk.

"Seinen Hass gegen uns gerichtet"

Bürgermeister Olaf Scholz hatte gesagt, der Mann habe offenbar "seinen Hass gegen uns gerichtet". Er bezeichnete die Tat als "bösartigen Anschlag".

Kanzlerin Angela Merkel sagte: "Die Gewalttat muss und wird aufgeklärt werden." Sie sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Wie Justizminister Heiko Maas zollte sie jenen Passanten Respekt, die sich dem Angreifer mutig entgegengestellt hatten, bis die Polizei kam.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte mit Blick mögliche Motive des Täters: "Wir müssen damit rechnen, dass die dschihadistische Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung für Taten herangezogen wird, die vielleicht aufgrund ganz anderer Motive begangen werden." Das lehre die leidvolle Erfahrung. "Die eigentlichen Motive können dann auch in der Persönlichkeit des Täters liegen."

Mit Kerzen und Blumen gedenken Menschen der Opfer der Attacke von Barmbek. | Bildquelle: dpa
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Mit Kerzen und Blumen gedenken Menschen der Opfer der Attacke von Barmbek.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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